Kohfeldt: „Brauchen mehr Tempo und mehr Tiefe“

Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images

Der SV Werder Bremen startete mit europäischen Ambitionen in die Bundesliga-Saison und erhielt zum Auftakt den ersten kleinen Dämpfer: Die Grün-Weißen mussten sich zuhause mit einem 1:1 gegen Hannover 96 zufriedengeben. Trainer Florian Kohfeldt sprach am Dienstag mit etwas Abstand über die vergangene Partie.

Der Bremer Übungsleiter habe das Spiel noch nicht ganz abgehakt. „Das wird erst heute Nachmittag der Fall sein, wenn wir die Analyse mit der Mannschaft gemacht haben“, meinte Kohfeldt. Der 35-Jährige trauerte vor allem den vergebenen Chancen hinterher: „Nach mehrmaliger Ansicht des Spiels wurde noch mal deutlich: Wir hätten gewinnen müssen. Wir hatten die Möglichkeiten, ich habe fünf hundertprozentige Chancen für uns gezählt. Es war kein riesen Rückschlag, aber es ist schade.“

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Kohfeldt hat die Begegnung bereits analysiert und die Fehler herausgestellt, betonte aber auch die Fortschritte: „Unsere Spieleröffnung und unser Übergangsspiel ins letzte Drittel ist im Vergleich zur letzten Saison deutlicher geworden. Da haben wir uns verbessert. Was wir noch brauchen, ist mehr Tempo und mehr Tiefe.“ Das etwas unglückliche Remis trübte die Laune der Norddeutschen allerdings nicht nachhaltig. „Die Spieler fühlen sich so wie ich. Der Gedanke ist: ‚Weiter jetzt‘. Die Motivation ist ungebrochen hoch“, stellte Kohfeldt klar.

Kruse-Einsatz in Frankfurt wohl nicht gefährdet

Mit Blick auf Kapitän Max Kruse, der in der zweiten Hälfte angeschlagen ausgewechselt werden musste, konnte der Werder-Coach Positives vermelden. „Bei Max sieht es deutlich besser aus. Es ist nahezu sicher, dass er am Donnerstag mit der Mannschaft trainiert und am Samstag spielen kann“, meinte Kohfeldt. Martin Harnik wird unterdessen schon am Dienstagnachmittag wieder mit den Teamkollegen trainieren und „definitiv im Aufgebot“ stehen, wie Kohfeldt unterstrich. Die Norddeutschen gastieren am kommenden Samstag (15. 30 Uhr) bei DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt. Viel diskutiert wurde am ersten Spieltag über den Videobeweis. Auch im Bremer Spiel hielt Schiedsrichter Dr. Felix Brych nach dem Ausgleichstreffer durch Theodor Gebre Selassie Rücksprache mit dem Video-Assistenten. Das Tor wurde gegeben, Kohfeldt ist mit der Herangehensweise dennoch nicht zufrieden.

„Ich bin kein Gegner, aber es muss eine klarere Linie geben und schneller gehen. Wir sollten nicht jede Situation unter die Lupe nehmen und dem Schiedsrichter ständig das Gefühl geben, dass alle seine Entscheidungen überprüft werden“, sagte der Trainer. Die Verunsicherung des Unparteiischen schmeckte Kohfeldt nicht: „Der Schiedsrichter muss der Chef auf dem Platz bleiben. Nicht der Assistent in Köln. Dieses Gefühl, dass wir alles überprüfen müssen, ist ein schreckliches Gefühl und nicht gut für den Fußball.“