Kohfeldt: „Ein wichtiger Sieg für die Stadt“

Der SV Werder Bremen konnte am Samstagabend im Nordderby gegen den Hamburger SV mit dem 1:0-Erfolg nicht nur einen Prestige-Sieg feiern, sondern sich im Abstiegskampf auch ein ordentliches Polster auf den Rivalen erarbeiten. Dennoch schwang nach dem Abpfiff neben der Zufriedenheit auch Kritik mit.

„Es ist ein wichtiger Sieg für Werder Bremen, für die Stadt“, betonte Trainer Florian Kohfeldt die Bedeutung des Erfolgs. „Es war ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen und vielen Aktionen, die nicht zu Ende gebracht wurden“, fasste der 35-Jährige die schwache Partie passend zusammen. „Der HSV hat leidenschaftlich verteidigt, aber im Laufe des Spiels haben wir immer mehr Kontrolle gewonnen und auch wenn das Tor zu einem späten Zeitpunkt fällt, insgesamt ist der Sieg verdient.“ Besonders in der ersten Hälfte konnte Bremen kaum etwas von der Offensivkraft der letzten Wochen zeigen. „Wir sind nicht gut reingekommen, waren nicht griffig“, konstatierte Kapitän Zlatko Junuzović.

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Die Grün-Weißen konnten sich allerdings nach dem Seitenwechsel steigern und den Druck auf die „Rothosen“ erhöhen. „In der zweiten Halbzeit haben wir dann unsere Tugenden, die Situationen spielerisch zu lösen, wiedergefunden und hatten zum Spielende genügend Chancen, das Spiel zu entscheiden“, meinte Maximilian Eggestein. Auch Geschäftsführer Frank Baumann war mit dem Auftritt der Mannschaft nicht vollkommen zufrieden, wusste den Ausgang des Spiels aber zu schätzen: „Das war heute nicht unsere beste spielerische Leistung, aber ein verdienter Sieg.“ Trotz alledem beharrten sowohl Spieler als auch Trainer darauf, die Konzentration und den Kampfgeist auch im weiteren Verlauf der Saison aufrecht zu erhalten.

Eggestein warnt vor falscher Sicherheit

„Es war ein wichtiger Schritt von ganz vielen, aber die Punkteanzahl wird nicht reichen, um den Klassenerhalt zu schaffen“, stellte Baumann klar. „Es müssen weitere Siege folgen und wir haben überhaupt nichts zu verschenken.“ Werder hat nach dem Derbysieg nun 27 Zähler auf dem Konto. Damit liegen die Bremer neun Punkte vor dem HSV. Die tabellarische Situation ist aber weiterhin gefährlich. „Der Sieg sollte uns nicht zu viel Sicherheit geben, denn wenn wir nächste Woche verlieren und Wolfsburg und die Mainzer gewinnen, dann stehen wir auf dem Relegationsplatz“, erläuterte Eggestein. Dass dem Siegtreffer über den HSV eine vermeintliche Abseitsstellung vorausging, störte nach dem Abpfiff keinen mehr. „In der Aktion waren wir einfach nur froh, dass der Ball irgendwie über die Linie gegangen ist“, sagte Max Kruse.

Die emotionale Partie musste in der ersten Halbzeit zweimal unterbrochen werden, weil Feuerwerkskörper aus dem Hamburger Fanblock in Richtung Spielfeld flogen. „So etwas bringt den ganzen Rhythmus durcheinander. Diese Pyro-Aktionen waren absoluter Schwachsinn und haben niemandem im Stadion etwas gebracht. Dadurch wurden die Spieler des HSV nicht unterstützt“, verschaffte Eggestein seinem Unmut Luft. Schiedsrichter Felix Zwayer hingegen wurde für seinen routinierten Umgang mit der Situation gelobt. „Man muss an dieser Stelle Zwayer und seinem Team ein Kompliment aussprechen, die das sehr souverän und gut gemacht haben“, meinte Baumann.