Kohfeldt erwartet „Spiel am Limit“

Am Samstagabend (18.30 Uhr) steht das mit Spannung erwartete Nordderby zwischen dem SV Werder Bremen und dem Hamburger SV an. Beide Teams stecken im Abstiegskampf, wobei die Bremer die deutlich bessere Ausgangslage haben. Die Vorfreude im Werder-Lager ist vor der Partie bereits spürbar.

„Es ist ein direkter Konkurrent, gegen den wir unser Heimspiel gewinnen wollen“, stellte Trainer Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Donnerstag klar. „Ich erwarte ein emotionales Spiel, das am Limit geführt wird, aber die Grenze wird nicht überschritten.“ Für die Polizei ist das 108. Nordderby in jedem Fall ein Hochrisikospiel, demnach werden besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Werder hat aktuell sechs Punkte Vorsprung auf den HSV. Den Grün-Weißen könnte also ein kleiner Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelingen. Dafür müsste allerdings eine Leistungssteigerung gegenüber dem 0:1 beim SC Freiburg am vergangenen Wochenende her. „Wir verkrampfen nicht, aber wir haben das Freiburg-Spiel aufgearbeitet und daraus gelernt“, meinte Kohfeldt.

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Der 35-Jährige kann die Partie und das Drumherum kaum erwarten: „Das Kribbeln steigt. Das ist ohne Frage ein besonderes Spiel. Ich freue mich auf die Anfahrt, den Vorlauf und natürlich das Spiel.“ Der Bremer Übungsleiter erwartet eine schwere Aufgabe für seine Mannschaft. „Natürlich ist das Nordderby kein normales Bundesliga-Spiel und natürlich gibt es eine Rivalität, die ist jedem Spieler bewusst, aber es ist eine sportliche Rivalität“, kündigte Kohfeldt an. Der gebürtige Siegener weiß, dass die „Rothosen“ unter Neu-Trainer Bernd Hollerbach ein körperliches Konzept verfolgen und warnte seine Profis vor allem vor der Kreativität eines Aaron Hunts und der Geschwindigkeit von Bobby Wood und Filip Kostić.

Nordderby sei keine Vorentscheidung im Abstiegskampf

Bei einem Sieg könnten die Bremer den HSV auf neun Punkte distanzieren. Dennoch verwies Kohfeldt auf die zehn weiteren Spiele, die die Saison noch bereit hält. „Das Nordderby ist keine Vorentscheidung. Ein Sieg wäre ein guter Schritt, aber egal ob wir gewinnen oder verlieren, der Abstiegskampf geht weiter“, sagte der Coach und machte unmissverständlich klar, dass er sich nur auf seine Mannschaft fokussiert: „Es geht nur um unseren Klassenerhalt. Der Verbleib des HSV ist nicht mein Thema.“ Der Druck vor dem Duell ist hoch. Im Training am Mittwoch hatten die Grün-Weißen sogar einen ungebetenen Zuschauer erspäht. „Wir haben gestern auf Platz elf trainiert und den Mann in der Hecke entdeckt, lieber HSV“, berichtete Kohfeldt süffisant. Von Hamburger Seite wurde der Spionage-Vorwurf allerdings bereits dementiert.

Personell konnte Bremens Trainer Erfreuliches vermelden: „Alle Spieler stehen zur Verfügung. Zlatko Junuzović trainiert wie gestern auch heute mit der Mannschaft. Bei Philipp Bargfrede und Aron Jóhannsson hat es sich ohnehin nur um eine Steuerung der Belastung gehandelt.“ Geschäftsführer Frank Baumann erläuterte derweil ein paar Hintergründe zum Transfer des Senegalesen Lamine Sané zum Orlando City SC. „Der Transfer von Sané ist noch nicht fix. Es fehlen Unterschriften. Wir erwarten sie zeitnah. Solange nicht alles fixiert ist, vermelden wir nichts“, stellte der Ex-Profi fest.