Kohfeldt: „Keine Form von Befreiung“

Der SV Werder Bremen hat am Freitagabend (20.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach die Chance, einen weiteren Schritt im Abstiegskampf zu machen. Der Fokus liegt dabei auf dem Ergebnis und weniger auf der Spielweise.

„Die Wunschvorstellung ist attraktiver Fußball und gewinnen, die abgeschwächte Form ist nur gewinnen“, stellte Trainer Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Mittwoch die Prioritäten klar. „Ich hätte lieber drei Punkte und nicht so attraktiven Fußball als wie in München (2:4; Anm. d. Red.) eine gute Leistung zu zeigen, aber keine Punkte zu holen.“ Mit dem kommenden Gegner hat sich der Bremer Übungsleiter bereits eingehend beschäftigt. „Gladbach versucht das eigene Spiel zu machen. Sie haben sehr spielstarke Spieler im vorderen Bereich und zwei Innenverteidiger, die immer wieder versuchen, das Spiel von hinten zu eröffnen“, analysierte der 35-Jährige. „Der erste Gedanke von Gladbach wird sein: ‚Wie komme ich nach vorne?‘ Das ist auch unser Anspruch an uns.“

- Anzeige -

Im Vergleich zur Niederlage in Freiburg (0:1) und dem Sieg im Nordderby gegen Hamburg (1:0) erwartet Kohfeldt einen offensiveren Kontrahenten. Der gebürtige Siegener lobte seine Mannschaft für die Reaktion, die sie nach dem gewonnen Spiel gegen den HSV gezeigt hatte. „Es hat niemand nach dem Sieg gesagt, dass wir jetzt durch sind. Es war eine realistische Einschätzung“, berichtete der Ex-U23-Coach. Schließlich trennen die Grün-Weißen immer noch gerade mal zwei Zähler vom 1. FSV Mainz 05 auf dem Relegationsrang. Tabellarisch gäbe es „keine Form von Befreiung“, so Kohfeldt, der darum entschlossen forderte: „Der Anspruch, jedes Spiel gewinnen zu wollen, darf nicht nachlassen.“

Kein neuer Stand bei Junuzović

Geschäftsführer Frank Baumann sprach derweil über den Stand der Vertragsverhandlungen mit Philipp Bargfrede und Kapitän Zlatko Junuzović. „Ich habe gesagt, dass sich keiner Sorgen machen muss, dass Philipp nächstes Jahr nicht bei Werder spielen wird. Es gibt keine zwei Meinungen dazu, dass Philipp ein ganz wichtiger Spieler für uns ist“, konstatierte der Ex-Profi im Bezug auf Bargfrede. Bei Junuzović scheint die Situation etwas schwieriger zu sein: „Wir hoffen, dass wir uns einigen können. Wir sind in Gesprächen, aber es gibt keinen neuen Stand.“

Der Österreicher lenkte den Fokus stattdessen lieber auf das sportliche Geschehen. „Wichtig ist, von Spiel zu Spiel zu denken und nicht in die Vergangenheit zu schauen. Die Liga ist unberechenbar, du kannst immer gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren“, meinte Junuzović. Und getreu seiner eigenen Aussage konzentriert sich der 30-Jährige ausschließlich auf die „Fohlen“: „Unser Fokus ist auf das nächste Spiel gerichtet. Das Derby haben wir abgehakt, haben es analysiert und fahren am Freitag mit breiter Brust nach Gladbach und wollen dort was holen.“ Bei diesem Vorhaben kann Trainer Kohfeldt nach aktuellem Stand aus dem Vollen schöpfen, neue verletzungsbedingte Ausfälle gibt es keine.