Kohfeldt: „Müssen nicht auf die Euphoriebremse treten“

Der SV Werder Bremen konnte sich durch starke Leistungen in den letzten Spielen auf einen Nichtabstiegsplatz kämpfen. Vor der Auswärtspartie beim SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr) sprach Trainer Florian Kohfeldt über die positive Entwicklung seiner Mannschaft.

„Wir brauchten keinen mentalen Befreiungsschlag. Die Laune war auch vorher nicht schlecht. Wir brauchten die Überzeugung, Chancen erarbeiten zu können, um zu gewinnen“, erklärte der Bremer Übungsleiter auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Seine Spieler bleiben trotz der aktuellen Erfolgswelle auf dem Boden der Tatsachen. „Wir müssen intern nicht auf die Euphoriebremse treten. Die Jungs wissen das realistisch einzuschätzen“, stellte der 35-Jährige klar. Allerdings ist die Euphorie, die um seine eigene Person entstanden ist, dem gebürtigen Siegener unangenehm: „Der Trubel ist mir nicht recht. Die Leistung auf dem Platz wird von den Jungs gebracht, nicht von mir. Das Lob gebührt den Jungs.“

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Die kommende Aufgabe im Breisgau schätzt der Coach als eine spezielle ein. „Freiburg zuhause zu bespielen ist besonders. Der Platz ist quasi ein Quadrat, die Freiburger agieren mit viel Gegnerdruck“, meinte Kohfeldt und fügte an: „Ihr System ist sehr flexibel, auch wir müssen deshalb flexibel bleiben.“ Daher erwartet der Trainer auch keinen glanzvollen Kombinationsfußball, sondern harte Arbeit. „Wir werden uns viel erarbeiten müssen. Ich stelle mich auf einen harten Kampf ein, der vielleicht auch phasenweise nicht so attraktiv sein kann“, kündigte der Ex-U23-Coach an und sprach im selben Zug seinen Respekt für den SC und dessen Trainer Christian Streich aus.

Junuzović fällt in Freiburg aus

Auch Stürmer Aron Jóhannsson war auf der Pressekonferenz anwesend und sprach über seine sportliche Situation nach langer Leidenszeit. „Die letzte Zeit war nicht einfach. Ich habe immer an mich geglaubt und wusste, dass wenn ich so trainiere, ich irgendwann belohnt werde“, erzählte der US-Amerikaner. Auch Kohfeldt schenkte dem Stürmer von Anfang an sein Vertrauen: „Vom ersten Tag an hat der Trainer mir verdeutlicht, dass er an mich glaubt. Das tut gut.“ Zuletzt hatte sich der 27-Jährige nach anhaltenden Knieproblemen zurück in die erste Mannschaft der Grün-Weißen gespielt und im DFB-Pokal gegen Bayer 04 Leverkusen (2:4 n.V.) sogar getroffen.

Kapitän Zlatko Junuzović wird in Freiburg nicht mitwirken können. „Die muskulären Probleme im Oberschenkel sind bei Zlatko zwar besser geworden, für einen Einsatz am Samstag reicht es aber leider nicht. Wir sind zuversichtlich, dass er nächste Woche wieder in das Training einsteigen kann“, konstatierte Kohfeldt. Jiri Pavlenka, Philipp Bargfrede und eben Jóhannsson kehrten am Donnerstag ins Mannschaftstraining zurück und werden für Samstag einsatzbereit sein. Bewegung könnte auch nochmal in die Personalie des suspendierten Lamine Sané kommen. „Es gibt nach wie vor diverse Klubs, die Interesse an ihm geäußert haben, aber nichts zu vermelden. Er ist aktuell hier, könnte sich die nächsten Tage aber auch nochmal bei Klubs vorstellen“, berichtete Geschäftsführer Frank Baumann.