Kohfeldt sieht noch kein Spitzenspiel

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Der SV Werder Bremen trifft am Dienstagabend (18.30 Uhr) auf Hertha BSC. Es ist das Duell des Tabellenvierten gegen den Zweiten. Werder-Coach Florian Kohfeldt wollte die Bedeutung der Partie trotz großem Respekt vor den Berlinern im Vorfeld allerdings nicht zu hoch hängen.

„Es kommt eine sehr starke Mannschaft auf uns zu. So früh in der Saison würde ich aber nicht von einem Spitzenspiel reden“, meinte Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Montag. Die Hertha ist wie Bremen in der laufenden Saison noch ungeschlagen und holte starke zehn Punkte aus vier Spielen. Am vergangenen Samstag besiegte die „Alte Dame“ Borussia Mönchengladbach mit 4:2. „Sie sind variabler geworden, beherrschen mehrere Systeme und sind auch in den einzelnen Positionen flexibler geworden. Dazu haben sie schnelle Flügelspieler und mit Ibišević einen erfahrenen Wandspieler“, erläuterte Kohfeldt.

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Den Hauptstadtklub zeichne eine hohes Offensivpotenzial und große Cleverness aus. Dabei ließ Kohfeldt auch seinen Berufskollegen bei all dem Lob nicht aus: „Seitdem Pál Dárdai Trainer geworden ist, ging es mit der Hertha stetig bergauf. Sie haben eine gute Entwicklung genommen.“ Doch auch der Saisonstart der Grün-Weißen kann sich mit acht Zählern nach vier Spieltagen sehen lassen. Beim Auswärtsspiel am Samstag in Augsburg (3:2) lief allerdings nicht alles nach Plan. „Wir hatten gegen den FCA eine schwache halbe Stunde, aber sonst hatten wir die Kontrolle. Wir müssen weiterhin darauf achten, konstant zu spielen“, forderte Kohfeldt.

Langkamp ist fit, Restzweifel bei Ōsako

Der Übungsleiter geht davon aus, vor heimischem Publikum mehr Ballbesitz, aber weniger Räume zu bekommen. „Ein Spiel über 90 Minuten zu dominieren, ist extrem schwer. Es ist unser Ziel, das zu schaffen. Wir müssen die Struktur behalten, wenn das Spiel freier wird. Wichtig ist dann auch das Zusammenspiel der einzelnen Spieler“, gab Kohfeldt vor. Sebastian Langkamp wird nach überstandenen Oberschenkelproblemen gegen seinen Ex-Verein wieder im Kader stehen. „Ich hatte eine tolle Zeit bei Hertha BSC und kann nur gutes über den Klub sagen. Ich freue mich auf das Wiedersehen“, meinte der 30-Jährige. Der Einsatz von Yūya Ōsako (Magen-Darm-Probleme) ist hingegen noch fraglich, auch beim Japaner sehe es aber besser aus.

Angesichts der Strapazen der englischen Woche könnte Nuri Şahin sein Startelf-Debüt für die Norddeutschen geben. „Nuri ist jetzt schon wichtig für uns und das will er auch sein. Er kennt sein Standing und wird dieses auch bei Einsätzen zeigen können“, sagte Kohfeldt. Şahins Konkurrent Philipp Bargfrede scheint aber keinerlei Verschleißerscheinungen zu zeigen. „Er ist in der Lage, die Intensität der englischen Woche durchzuspielen. Gesundheitlich steht dem nichts im Wege“, stellte der Bremer Trainer klar. Letztlich wird es darauf ankommen, wen Kohfeldt gegen die Hauptstädter besser geeignet sieht.

Vertrag mit Ex-Coach Nouri aufgelöst

Geschäftsführer Frank Baumann bestätige am Montagvormittag die Auflösung des Vertrags mit Ex-Coach Alexander Nouri, der sich dem FC Ingolstadt anschließen wird. „Wir freuen uns, dass Alex eine neue Herausforderung gefunden hat und sind sicher, dass er sie erfolgreich meistern wird. Wir wünschen ihm für die Aufgabe alles Gute“, meinte Baumann. Auch mit Nouris Co-Trainer Markus Feldhoff habe Werder eine Einigung getroffen, der 44-Jährige geht ebenfalls nach Ingolstadt. Nouri war von September 2016 bis Oktober 2017 Cheftrainer der Bremer Bundesliga-Mannschaft und damit Kohfeldts Vorgänger.