Kohfeldt: „Wie in einer Achterbahn“

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Der SV Werder Bremen setzte sich am Samstag in einer intensiven und spannenden Partie mit 3:2 (2:1) beim FC Augsburg durch. Trainer Florian Kohfeldt war nach dem Abpfiff erleichtert über den Auswärtssieg und fühlte sich ein wenig an eine Jahrmarktsattraktion erinnert.

„Es war ein sehr aufregendes Spiel wie in einer Achterbahn, zum Glück sind wir aus der oben rausgekommen. Ich kann sehr gut verstehen, dass sich der FCA nach dieser tollen Leistung komisch fühlt. Es ist unheimlich schwer, hier zu spielen. Wir sind ein glücklicher Sieger, ohne uns aber diesen Erfolg erschlichen zu haben“, resümierte der Bremer Übungsleiter. Werder war in der ersten Halbzeit mit 2:0 in Führung gegangen, musste aber durch je einen Augsburger Treffer kurz vor und kurz nach der Pause den Ausgleich hinnehmen. Ein schlimmer Patzer des Augsburger Keepers Fabian Giefer und der daraus resultierende Premierentreffer von Davy Klaassen entschieden die Partie in der 75. Minute zugunsten der Grün-Weißen.

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„Das wünscht man keinem, das ist das Brutalste. Ich hoffe, dass der Junge den Kopf oben behält“, zeigte Kohfeldt Mitgefühl für Giefer, der sich bereits am dritten Spieltag folgenschwere Fehler geleistet hatte. Der Bremer Coach freute sich zwar über den Sieg, wusste die Leistung seiner Mannschaft aber auch realistisch einzuschätzen: „Das war kein gutes Auswärtsspiel von uns, mit dem wir zufrieden sind. […] Wir müssen uns während des Spiels einfach mehr vom Spielstand lösen, unser eigenes Spiel durchdrücken. Das ist uns heute nicht gelungen.“

Bremer Erleichterung über den „Lucky Punch“

Kapitän Max Kruse, der erstmals seit März wieder ein Bundesliga-Tor erzielte, stimmte seinem Chef zu. „Die Gegentore bekommen wir zu sehr ungünstigen Zeitpunkten und dann verlieren wir einfach die Cleverness. Das war einfach unsouverän“, sagte der Stürmer. „Wir sind dennoch froh, dass wir mit einem Lucky Punch den Sieg einfahren konnten, denn es zählen nur die Punkte. Am Ende hatten wir heute das Quäntchen Glück auf unserer Seite.“ Unter der Woche hatte es an der Weser viel Selbstkritik über die ineffektive Spielweise gegeben – das hatte sich in Augsburg gebessert. „Uns ist es allen lieber, schlecht zu spielen und zu gewinnen als in Schönheit zu sterben“, meinte Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein, der Torschütze zum 2:0.

Mit acht Punkten aus vier Spielen besetzen die Bremer zumindest vorläufig den vierten Tabellenrang. „Das ist dort, wo wir am Ende stehen wollen. Aber es ist noch eine lange Saison“, meinte Claudio Pizarro, der erstmals seit seiner Rückkehr nach Bremen in der Startelf gestanden hatte. „Die Punkteausbeute ist in Ordnung, aber es hätten durchaus mehr sein können“, zog Kohfeldt ein erstes Zwischenfazit. Viel Zeit zur Regeneration bleibt den Bremern wegen der englischen Woche nicht, am Dienstagabend (18.30 Uhr) empfangen sie bereits Hertha BSC. „Hertha hat ganz stark begonnen, aber wie alle Heimspiele wollen wir auch das Duell mit Berlin gewinnen. Es wird ein schwieriges Spiel zweier guter Teams“, prognostizierte Klaassen.