Korkut überzeugt die Kritiker, Ärger wegen HSV-Fans

Ein großer Schritt nach vorne hier, ein Schritt zurück dort: Während der VfB Stuttgart unter Tayfun Korkut in Richtung sicherer Ufer segelt, stürzt der Hamburger SV so langsam endgültig ins Chaos. Als wäre die Situation nicht schon schlimm genug, fiel am Samstag auch noch der Anhang negativ auf. Top und Flop des 24. Spieltags.

Top: Tayfun Korkut
Wie sich der Wind doch drehen kann: Vor wenigen Wochen noch liefen die Stuttgarter Fans Sturm gegen ihren neuen Trainer, inzwischen dürften sie ihm ziemlich dankbar sein. Das 1:0 gegen Frankfurt schließlich war bereits der dritte Sieg in Serie. Zehn Punkte holte der Nachfolger von Hannes Wolf in seinen ersten vier Spielen und führte die Mannschaft damit auf Rang zwölf. Angesichts von bereits sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang ist die größte Abstiegsgefahr wohl erst mal gebannt. Dabei stellt der VfB eine Mannschaft von außergewöhnlichem Minimalismus: Gerade mal vier Tore reichten dem Team zu den zehn Zählern. Vor dem Sieg gegen Frankfurt setzten sich die Schwaben bereits in Augsburg und gegen Gladbach jeweils mit 1:0 durch. Lediglich gegen Wolfsburg musste Stuttgart unter Korkuts Regie einen Gegentreffer hinnehmen. Der 43-Jährige allerdings weiß aus eigener Erfahrung nur allzu gut, wie schnell sich der Wind drehen kann.

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Flop: Die HSV-Fans
Das Leben als HSV-Fan ist gewiss kein leichtes, Jahr für Jahr schließlich finden sich die Norddeutschen am Rande des Absturzes und am Rande des Chaos wieder. Eine Entschuldigung für die Ausschreitungen vom Samstag kann dieser Umstand aber nicht sein. Die Liste der Vergehen eines Teils der Hamburger Anhänger rund um das Nordderby gegen Werder Bremen ist schließlich lang: Sachbeschädigungen, Körperverletzungen sowie Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz meldete die Polizei. Das anstehende Kellerduell Tabellen-17. gegen 16., Hamburg gegen Mainz, wurde daher prompt zum Risikospiel ausgerufen. „Mit jeglicher Konsequenz“ werde man gegen die Chaoten vorgehen, sagte HSV-Vorstand Frank Wettstein nach der Bremen-Partie. So oder so aber gilt: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Als hätte der Hamburger SV nicht schon genug Probleme.