Kovač: „Ich sehe das alles sehr entspannt“

Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

Formkrise? Schwächephase? Nein! Trainer Niko Kovač wollte nach dem schmerzhaften 0:2 (0:2) bei Hertha BSC und dem zweiten Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg keinen Negativtrend ausmachen. Vor dem Heimspiel in der Champions League am Dienstag (21 Uhr) gegen Ajax Amsterdam war dem Trainer des FC Bayern München nicht bange.

„Ich sehe das alles sehr entspannt, weil ich weiß, dass wir Chancen hatten“, sagte der 46-Jährige nach Bayerns erster Pflichtspielniederlage unter seiner Regie. Vor seiner Heimspiel-Premiere in der Königsklasse gab der Coach eine klare Marschroute aus: „Wir wollen natürlich drei Punkte einfahren, um dort beruhigter in die nächsten Spiele zu gehen.“ Kovač räumte aber auch ein, dass die jüngsten Ergebnisse durchaus Anlass zu Zweifeln geben könnten. „Es ist natürlich klar, dass man jetzt nur die letzten beiden Spiele sieht“, sagte der Kroate. Wenn man aber nach neun Pflichtspielen die erste Niederlage kassiert, „ist das gar nicht so schlecht, auch wenn unsere Ansprüche natürlich andere sind“, meinte Kovač.

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Torhüter Manuel Neuer sah ebenfalls keinen Grund, vor negativen Auswirkungen auf das Ajax-Spiel zu warnen. „In der Champions League ist alles im Soll. Von daher brauchen wir jetzt nicht über die Champions League zu sprechen“, meinte der Kapitän. „Innerhalb der Mannschaft bleiben wir ruhig.“ Die Niederlage gegen Berlin dürfte die Bayern am Ende aber doch mehr geschmerzt haben, als die Beteiligten öffentlich zugeben wollte. Beide Teams standen sich im ersten Durchgang mit offenem Visier gegenüber, beide drängten mit spielerischen Mitteln auf den Sieg – doch Hertha fand die besseren Räume, gewann am Ende verdient. Für Thomas Müller waren eher höhere Kräfte ausschlaggebend. „Das Spielglück ist nicht auf unserer Seite. Vor einer Woche hatte man noch den Eindruck, wir sind unbesiegbar, jetzt hat uns die Realität eingeholt“, sagte der Nationalspieler der Bild-Zeitung.

Grobe Fehler in der Hintermannschaft

„Das ist dann einfach eine Sache von Qualität. Wir müssen einfach mal in Führung gehen“, forderte Joshua Kimmich. Gelegenheiten zu Toren hatte es genug gegeben. Ob Robert Lewandowski und Arjen Robben im ersten Durchgang oder Müller und Sandro Wagner in der Schlussphase – der Angriff ließ die Effektivität vermissen. „Wir arbeiten daran, tagtäglich, damit wir besser werden. Das kann ich garantieren“, versprach Kovač. Eingeleitet wurde die erste Niederlage gegen Hertha seit 2009 allerdings durch grobe Fehler in der Hintermannschaft. Das sah auch Kovač so. Seine Mannschaft habe „Tore zugelassen, die wir so niemals kassieren dürfen“, schimpfte der Cheftrainer.

Gemeint war vor allem Jérôme Boateng. Der frühere Herthaner verursachte mit seinem unnötigen Foul gegen Salomon Kalou den Elfmeter, den Vedad Ibišević zum 1:0 (23.) verwandelte. „Eigentlich geht das nicht“, meckerte Kovač. Auch beim 0:2 durch Ondrej Duda (44.) patzte die Bayern-Abwehr hinten links. „In der ersten Halbzeit sind wir nicht zu einhundert Prozent präsent gewesen“, meinte Neuer, den keine Schuld an der Niederlage traf.