Kovač: „Jeder möchte spielen, das ist normal“

Foto: Sebastian Widmann/Getty Images

Bayern-Trainer Niko Kovač hat sich vor dem Bundesliga-Start am Freitag (20.30 Uhr) gegen die TSG 1899 Hoffenheim erneut gegen einen Transfer von Jérôme Boateng ausgesprochen. Bis auf den angeschlagenen Serge Gnabry stehen alle Spieler zur Verfügung. Auch David Alaba, der die erste Pokalrunde noch wegen einer Knieprellung verpasst hatte.

„Es wird viel geredet. Im Moment ist das nur heiße Luft. Wir haben drei Weltklasse-Innenverteidiger. Ich wäre sehr froh, wenn ich diese drei Spieler weiter hätte und uns keiner mehr verlässt“, sagte Kovač am Donnerstag mit Blick auf die anhaltenden Spekulationen um einen Boateng-Wechsel. Präsident Uli Hoeneß hatte die Chancen auf einen Wechsel des 29-Jährigen zu Paris Saint-Germain zuletzt auf „50:50“ beziffert. Als Abgänge werden immer wieder auch Juan Bernat, vor allem aber Sebastian Rudy gehandelt. „Sollte er hierbleiben, ist er ein Spieler wie jeder andere auch. Dann wird er seine Einsatzzeiten bekommen“, sagte Kovač. Gegen seinen Ex-Klub Hoffenheim dürfte Rudy aber wohl keine Rolle spielen.

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Kovač stehen bis auf Gnabry (muskuläre Probleme) alle Spieler zur Verfügung. Dass einige Stars sogar auf die Tribüne müssen, sei „überall so. Jeder möchte spielen, das ist normal. Es wird einige treffen“, sagte Kovač zur Konkurrenzsituation und fügte an: „Die, die spielen, sind Superstars, die auf der Bank sitzen, sind Superstars. Und die auf die Tribüne müssen, sind Superstars. Es wird schwierig.“ Als er auf die vorsichtige Kampfansage seines Kollegen Julian Nagelsmann angesprochen wurde, schmunzelte Kovač kurz. „Wenn es Konkurrenz gibt, begrüße ich das. Dann müssen wir eben besser sein. Das kann uns nur helfen – auch in den internationalen Spielen“, meinte er und fügte an: Es sei ja „nicht einfach, seine Meinung so direkt zu sagen. Das bekommt man gleich um die Ohren. Aber mir gefällt das. Es zeigt, wie viel Selbstvertrauen Julian hat – und wie viel Glauben in seine Mannschaft.“

Egoismen zurückstellen und alles der Mannschaft unterordnen

Doch auch Kovač glaubt nach sieben Wochen Vorbereitung am „D-Day“, wie er den Start nannte, fest an seine Spieler. „Es ist immer dasselbe am ersten Spieltag. Es weiß keiner so richtig, wo er steht. Aber ich bin überzeugt, dass die Mannschaft einen Toptag erwischen wird. Wir sind top vorbereitet“, unterstrich der 46-Jährige. Den Rekordmeister erwarte aber ein „sehr schwieriges Spiel. Wir müssen uns strecken, wir müssen unser Spiel durchdrücken, dominant spielen. Wenn wir das schaffen, werden wir gewinnen.“ Der Druck ist gewohnt hoch, Titel für Kovač in seiner Premierensaison Pflicht – möglichst alle drei.

Er wisse, „welche Ziele der FC Bayern verfolgt. Aber wir können ja viel erzählen. Die Umsetzung ist die Schwierigkeit“, sagte der Coach. Um die hohen Erwartungen zu erfüllen, forderte er von seinen Profis deshalb zum wiederholten Male seit seinem Amtsantritt am 2. Juli „Freude, Leidenschaft und Teamspirit“. Wenn es seine Spieler schaffen würden, „die Egoismen zurückzustellen und alles der Mannschaft unterzuordnen, kann man auch Großes erreichen, aber nur dann. Sonst wird es auch für den FC Bayern schwierig.“