Kovač: „So langsam reicht es mir“

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Bereits die TSG 1899 Hoffenheim und der VfB Stuttgart hatten sich gegen den FC Bayern München teilweise nur mit harter Gangart zu helfen gewusst. Nach Kingsley Coman beklagen die Münchner nun die „Opfer“ Nummer zwei und drei.

Der ungefährdete Sieg gegen die mit drei Ligapleiten historisch schlecht gestarteten Leverkusener war der Start in den heißen Herbst mit sieben Spielen binnen drei Wochen. Am Mittwochabend (21 Uhr) steigen die Bayern bei Benfica Lissabon in die Champions League ein. „Nicht lustig“ fand Trainer Niko Kovač das überharte Einsteigen von Karim Bellarabi, wobei Rafinha wohl noch vergleichsweise glimpflich davon gekommen war: „Das ist nicht nur Rot, das ist Doppel-Rot! So langsam reicht es mir. Wir haben den dritten Bundesliga-Spieltag, und ich habe das Gefühl, dass wir Freiwild sind.“

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Die Vorfreude auf die kommenden Aufgaben ist stark getrübt. „Ich bin sehr traurig“, bekannte Kovač. Weltmeister Corentin Tolisso, der den FCB nach Wendells 0:1 (6.) mit seinem Tor zurück ins Spiel gebracht hatte (10.), verließ die Arena mit dem Verdacht auf einen Kreuzbandriss auf Krücken. Zwei Betreuer halfen ihm in den Teambus, der ihn wie Rafinha zur Kernspin-Untersuchung in die Klinik brachte. „Das ist ganz bitter“, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidžić, „wir haben in den letzten Spielen teuer bezahlt.“ Noch, ergänzte er, seien zwar genügend starke Spieler fit, „aber in dem Tempo darf es nicht mehr gehen“. Was ihn etwas beruhigen wird: In Lissabon sollen Mats Hummels (Sprunggelenk) und Leon Goretzka (Hüfte) wieder dabei sein. „Unser Kader ist groß genug, um das aufzufangen“, sagte Präsident Uli Hoeneß.

Sieg „nie in Gefahr gekommen“

Als die Bayern mit der 2:1-Pausenführung zum verletzten Kollegen Tolisso in die Kabine kamen, sei die Stimmung im Keller gewesen, berichtete Hoeneß. Umso bemerkenswerter empfand er die Leistung. „Unsere Mannschaft ist so stark und so gefestigt, dass sie auch so ein Pech wegsteckt“, sagte er. Der fünfte Sieg im fünften Pflichtspiel unter Kovač sei „nie in Gefahr gekommen“. Arjen Robben (19.) und James (89.) mit seinem ersten Kopfballtor für die Bayern machten den vollauf verdienten Dreier perfekt. Die Erwartungen für die kommenden, schweren Wochen seien „positiv“, sagte Kovač angesichts der Stärke seiner Mannschaft, „obwohl wir jetzt zwei verletzte Spieler mehr haben“.