Koziello: (Noch) zu leichtgewichtig

Drei Millionen Euro Ablöse bezahlte Fußball-Bundesligist 1. FC Köln im Januar für Vincent Koziello. Bisher kam der junge Franzose allerdings noch keine Minute für seinen neuen Verein zum Einsatz. Er könnte eine Bereicherung für den FC sein, doch der Zeitpunkt ist nicht der richtige.

Eigentlich ist Koziello genau der Spieler, der Köln fehlt: Ein kreativer, wendiger, variabler Mittelfeldspieler, der die Stürmer in Szene setzen kann. Diesen Spielertyp hat der Verein seit Jahren nicht im Kader gehabt, auch nicht in der sehr erfolgreichen letzten Saison. Schon damals zählte mangelnde spielerische Kreativität zu den größten Problemen. Wettgemacht wurde das durch die starken Leistungen des Sturmduos Anthony Modeste und Yūya Ōsako, das zusammen 32 Tore erzielte.

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Koziello ist mit 1,68 Metern Körpergröße sehr klein für einen zentralen Mittelfeldspieler. Trainer Stefan Ruthenbeck fasste nach der 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund gut zusammen, warum er den 22-Jährigen nicht einwechselte: „Die Partie war wild und sehr körperlich, da haben Spieler wie Salih Özcan und Marco Höger mehr Wucht.“ Dabei hätte dem FC ein Spieler wie Koziello besonders in der zweiten Halbzeit gut getan. Einige Konter wurden nicht gut zu Ende gespielt, hinzu kamen ungenaue Zuspiele, gerade im letzten Drittel. Doch traute Coach Ruthenbeck dem schmächtigen Koziello noch nicht zu, sich gegen robuste Dortmunder zu behaupten.

Koziellos Debüt könnte noch dauern

Diese Fähigkeit haben ihm Özcan, Höger und auch Matthias Lehmann noch voraus. Der Coach setzt aktuell tendenziell eher auf physische Stärke denn auf spielerische Qualität. Gegen individuell bessere Mannschaften, wie den BVB, ist das ein probates Mittel, um Chancengleichheit herzustellen. Auch beim 2:1 über Borussia Mönchengladbach am 18. Spieltag war die Zweikampfstärke ein wichtiger Faktor. Die kommenden Gegner sind Eintracht Frankfurt, Hannover 96 und der VfB Stuttgart. Drei Gegner auf Augenhöhe – wie gemacht für das Debüt Koziellos. Doch dürfte Ruthenbeck zumindest in Frankfurt vermutlich erneut nicht auf den Neuzugang setzten. Die Hessen sind nämlich als äußerst kampfstarke Mannschaft bekannt.