Kramer schießt Gladbach aus der Krise

In einer ansehnlichen Partie gewinnt Borussia Mönchengladbach bei Hannover 96 mit 1:0 (0:0). Beide Teams lassen zunächst beste Chancen liegen, Christoph Kramer erlöst die „Fohlenelf“ nach vier Spielen ohne eigenen Treffer schließlich mit einem Traumtor.

96-Trainer André Breitenreiter veränderte seine Startformation im Vergleich zum 1:1-Remis gegen den 1. FC Köln nur auf einer Position. Waldemar Anton kehrte nach überstandener Grippe zurück, für ihn musste Oliver Sorg weichen. Borussia-Coach Dieter Hecking schickte dieselbe Mannschaft ins Rennen wie bei der bitteren 0:1-Niederlage gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende. Nico Elvedi meldete sich nach auskurierter Bänderdehnung rechtzeitig fit, Michaël Cuisance fehlte dagegen wegen Sprunggelenksproblemen im Kader.

- Anzeige -

Beide Teams begannen – begleitet vom wieder aufgenommenen Stimmungsboykott der 96-Ultras – mit offenem Visier. Bei den Gladbachern, die in den vorangegangenen vier Spielen ohne eigenen Torerfolg geblieben waren, war keine Verunsicherung zu spüren. Stattdessen bot sich den Gästen gleich eine dicke Chance. Nach einem Ballverlust von Elez lief Thorgan Hazard auf Tschauner zu und legte quer auf den mitgelaufenen Stindl. Der Ex-Hannoveraner zielte auf das leerstehende Tor, Anton blockte den Ball aber in höchster Not (6.). Wenig später zog erneut Hazard aus spitzem Winkel ab, verfehlte das Tor aber knapp (13.). 96 tat sich offensiv schwer, die „Fohlen“ blieben am Drücker: Stindl bediente Hazard, dessen Schuss blockte Salif Sané (21.).

Kurz darauf musste Hannover-Coach Breitenreiter den ersten Wechsel vornehmen. Felix Klaus klagte über Oberschenkelprobleme und wurde von Sebastian Maier ersetzt (23.). Das Bild blieb auch nach dem Tausch das gleiche. Gladbach dominierte spielerisch und kam erneut zu einer guten Chance. Stindl schickte Elvedi, dessen Querpass den einschussbereiten Jonas Hofmann aber nicht erreichte (36.). Hannover wurde erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs gefährlich. Eine Hereingabe von Maier entschärfte Matthias Ginter in höchster Not (39.), in der Nachspielzeit flog eine Direktabnahme von Niclas Füllkrug über das Tor (45.+1).

Bebou und Kramer vergeben beste Gelegenheiten

Den Schwung nahmen die „Roten“ mit in den zweiten Durchgang. Nach einem Pass von Bebou tauchte Korb vor „Fohlen“-Keeper Yann Sommer auf, wurde aber im letzten Moment von Jannik Vestergaard abgegrätscht (48.). Kurz darauf vergab Bebou selbst die Riesenchance auf die Führung für die Hausherren. Nach einer punktgenauen Flanke von Ostrzolek kam der Togolese völlig frei zum Kopfball, setzte den Ball aber über die Latte (52.). Gladbach konnte sich während des furiosen Starts der Gastgeber kaum befreien, Raúl Bobadilla kam rechts im Strafraum zum Abschluss und prüfte Tschauner (53.).

Hannover blieb allerdings überlegen. Wieder hatte Bebou freie Bahn, bremste aber zu früh ab statt den Weg zum Tor zu suchen (58.). Dann wurde die Borussia wieder gefährlich. Zunächst probierte es Hofmann aus knapp 16 Metern mit Gewalt, sein Schuss klatschte aber an die Latte (62.). Dann hatte Kramer nach feinem Dribbling frei vor Tschauner die Chance, die Führung zu erzielen, scheiterte aber am 96-Schlussmann (65.). Auf der anderen Seite kam der auffällige Bebou aus guter Position zum Schuss, Sommer war allerdings zur Stelle (69.).

Kramers Schuss ins Glück

Dann schlug Kramers Stunde doch noch. Der Nationalspieler wurde von Stindl bedient und hämmerte den Ball aus knapp 17 Metern per Volleyschuss unhaltbar für Tschauner ins linke obere Toreck (72.). Hannover gab keineswegs auf, sondern verpasste gar mehrfach den Ausgleich. Korb zwang Sommer aus der Distanz zu einer Glanzparade, Anton kam nach der folgenden Ecke völlig frei zum Kopfball, platzierte den Ball aber zu zentral (78.).

Auch Gladbach ließ nicht locker. Hofmann scheiterte zunächst an Tschauner (81.), kurz darauf wurde ein Kramer-Schuss aus der zweiten Reihe geblockt (82.). Bei den Niedersachsen kam Ostrzolek noch aus gut 16 Metern zum Abschluss, setzte den Ball aber deutlich drüber (90.). In der Nachspielzeit prüfte Korb Sommer noch einmal per Kopf (90.+4), sein Versuch blieb die letzte Möglichkeit. Durch den Sieg rückt Gladbach auf den siebten Platz vor, während Hannover auf Platz neun abrutscht.