Lahm erläutert Kritik an Löws Führungsstil

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Philipp Lahm hat seine zuletzt geäußerte Kritik am Führungsstil von Bundestrainer Joachim Löw konkretisiert und erneut einen anderen Umgang mit jungen Spielern gefordert. Diese hätten sich durch die Arbeit in den Nachwuchsakademien stark verändert.

„Vier Jahre sind im Fußball sehr, sehr lange. Verschiedene Spieler und verschiedene Generationen brauchen auch eine andere Ansprache“, sagte Lahm beim Fußballgipfel des Wochenmagazins Die Zeit am Dienstag in Frankfurt am Main. Vor allem die Ausbildung in den Nachwuchsakademien der Klubs habe laut Lahm zu gravierenden Veränderungen in der Mentalität der Spieler geführt. „Zu meiner Zeit kamen gerade die Jugendleistungszentren auf. Ich war aber noch sehr geprägt von meinem Heimatverein“, sagte der 34-Jährige. „Heute kommen die Spieler viel früher in die Leistungszentren. Und wenn ich das Ergebnis von 2018 sehe, glaube ich, dass da eine andere Ansprache notwendig ist.“

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Als Grundsatzkritik an der Ausbildung junger Spieler in den Jugendakademien wollte Lahm seine Aussagen allerdings nicht verstanden wissen. „Die Jugendleistungszentren sind super, doch die Jungs sind dann anders geprägt“, sagte Lahm, der im Juli Löws „kollegialen Führungsstil“ kritisiert und den Bundestrainer zu Veränderungen aufgefordert hatte. Auf Lahms Äußerungen hatten unter anderem Jürgen Klopp, Teammanager des FC Liverpool, und Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg mit Unverständnis reagiert. Lahm hatte daraufhin erklärt, er sehe sich als langjähriger Kapitän „auch in der Verantwortung, Diskussionen anzuregen“.