Lazio kommt: Gelingt der Eintracht der zweite Coup?

Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Ein Sieg gegen Lazio Rom, und Eintracht Frankfurt hätte die halbe Miete für das Überwintern in der Europa League eingefahren. Für das Duell mit den Italienern am Donnerstag (21 Uhr) hat Coach Adi Hütter die eine oder andere personelle Veränderung angekündigt.

Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt für die Eintracht bislang in dieser Saison. Enttäuschende und berauschende Auftritte nämlich wechseln sich regelmäßig ab. Immerhin: Stets, wenn das Abrutschen in eine Krise droht, haben die Frankfurter zuletzt die Kurve bekommen. So auch am Sonntag: Beim 4:1 gegen Hannover 96 sammelten die Hessen den zweiten Saisonsieg in der Liga und durften sich dabei an einer Comeback-Gala von Ante Rebić berauschen. Der kroatische Stürmer dürfte auch gegen Lazio zur Startelf gehören – manch anderem könnte aber ein Bankplatz drohen. „Wir haben ein wichtiges Spiel gegen Hannover hinter uns und eine schwere Partie in Hoffenheim vor uns“, erklärte Trainer Hütter. „Der eine oder andere Spieler“ werde daher gegen die Römer „frisch in die Mannschaft kommen“. Kandidaten für die Startelf könnten Nicolai Müller, Mijat Gaćinović und Gelson Fernandes sein; nicht infrage kommen dagegen Allan Souza (nicht spielberechtigt) und Jetro Willems (Gelb-Rot-Sperre). Ein Einsatz von Abwehrchef David Abraham war vorab noch fraglich. Doch egal mit welchem Personal, die Eintracht-Fans hoffen auf den zweiten Coup der Saison. Im ersten Spiel schließlich hatten sich die Hessen mit 2:1 gegen Olympique Marseille durchgesetzt. Sollte nun erneut ein Triumph gelingen, stünde die Eintracht angesichts von sechs Punkten bereits mit einem Bein in der nächsten Runde. „Unser Anspruch ist es, die Gruppenphase zu überstehen“, stellte Sportdirektor Bruno Hübner am Mittwoch noch einmal fest. „Rom und Marseille sind zwei Top-Klubs, aber wir haben von Anfang an gesagt, dass wir den deutschen Fußball gut vertreten möchten.“

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Apropos Rom und Marseille: Eines der beiden Europa League-Schwergewichte wird die Eintracht hinter sich lassen müssen, um in die Runde der letzten 32 einzuziehen. Lazio jedenfalls hat am ersten Spieltag bereits die ersten drei Punkte gesammelt. Gegen den Außenseiter der Gruppe H, Apollon Limassol, setzten sich die Italiener dank Treffern von Luis Alberto und Ciro Immobile mit 2:1 durch. Auch in der Liga läuft es für Lazio derzeit – mit einem großen Manko: Gegen die Top-Teams gab es bislang nichts zu holen. Zum Liga-Auftakt setzte es Niederlagen gegen Neapel (1:2) und Juventus Turin (0:2), am vergangenen Wochenende ein 1:3 gegen den Stadtrivalen AS Rom. Da die weiteren vier Partien allerdings gewonnen wurden, steht Lazio derzeit auf Rang sechs. Im Vorjahr hatte es den fünften Platz gegeben. Wichtigster Faktor für den Erfolg ist die Offensive. In der vergangenen Saison hatten die Römer mit 89 Toren die gefährlichste Angriffsreihe der Liga gestellt, Immobile wurde Torschützenkönig mit 29 Treffern. In der aktuellen Runde erzielte der 28-Jährige, der von 2014 bis 2016 bei Borussia Dortmund unter Vertrag gestanden hatte, vier Tore in sieben Spielen.

Eintracht Frankfurt: Trapp – Russ, Hasebe, N’Dicka – da Costa, Fernandes, de Guzmán, Kostić – Gaćinović – Haller, Rebić

Lazio Rom: Strakosha – Cáceres, Acerbi, Luiz Felipe – Patric, Parolo, Badelj, Lulić – Milinković-Savić – Immobile, Luis Alberto

Ein großer Name kommt in den Stadtwald, klar. Fürchten aber muss sich die Eintracht keinesfalls vor Lazio. Zwar bieten die Römer mit Alberto, Immobile und Sergej Milinković-Savić einige Offensivwucht auf, das jedoch ist bei den Frankfurtern mit Rebić und Sébastien Haller nicht minder der Fall. Insgesamt dürften sich die Kader auf ähnlichem Niveau bewegen. Entscheidend wird am Donnerstag daher sein, ob die Eintracht erneut einen derart konzentrierten und taktisch perfekten Auftritt hinkriegt wie gegen Hannover und Marseille. Gelingt es den Hessen, Immobile und Co. zu stoppen, dürfte ein Heimsieg möglich sein – und Frankfurt stünde Kopf.