Leipzig beschwört nach Schützenfest das Kollektiv

Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

Ralf Rangnick wollte niemanden herausstellen, dabei hätten alle Spieler von RB Leipzig ein Sonderlob verdient gehabt. Ein 6:0 (4:0)-Schützenfest gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg, der bislang höchste Bundesliga-Sieg der Klubgeschichte, Platz zwei vor der Länderspielpause – die erfreulichen Daten des Abends wertete Rangnick als Erfolg des Kollektivs.

„Dass wir auf dem Weg zu einer richtigen Mannschaft sind, ist, glaube ich, unübersehbar“, sagte der Trainer am Sonntagabend. RB war den überforderten Nürnbergern in allen Belangen überlegen, die Spielfreude und Geschlossenheit von Timo Werner und Co. erinnerten an Leipzigs beste Zeiten in der Premierensaison 2016/17. Kevin Kampl (3.), Yussuf Poulsen (7.), Marcel Sabitzer (21., 55.) und Nationalstürmer Werner (32., 59.) sorgten für eine umjubelte Tor-Gala, die noch höher hätte ausfallen können.

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Vor zweieinhalb Wochen war der Leipziger Aufschwung noch kaum vorstellbar. Der Auftritt im „Dosen-Duell“ der Europa League gegen den FC Red Bull Salzburg (2:3) war desolat, Undiszipliniertheiten schadeten dem Team. Eine klare interne Aussprache brachte die Wende, seither hat RB vier von fünf Spielen gewonnen und ist ungeschlagen. „Das Salzburg-Spiel war ein Riesenimpuls für uns. Da haben wir Schmerzen gehabt“, meinte Kapitän Willi Orban. „Wir haben uns als Mannschaft hinterfragt. Es geht nur als Einheit.“ Rangnick pflichtete ihm bei. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte der 60-Jährige, für den die Entwicklung seiner Mannschaft längst nicht abgeschlossen ist: „Ich glaube, dass wir noch nicht am Ende der Fahnenstange sind.“

Bayern-Fehlstart? „Das war nicht vorhersehbar“

Nach sieben Spieltagen ist RB zumindest erster Jäger von Spitzenreiter Borussia Dortmund. Die starke Form des BVB, der auch Leipzig zum Saisonstart besiegt hatte (4:1), kommt für Rangnick nicht überraschend – ganz anders als die Krise von Rekordmeister FC Bayern München („Das war nicht vorhersehbar“). Zu den eigenen Zielen äußerte sich Rangnick verhalten. Zumindest rechnete der Sportdirektor vor: „Wenn du den Punkteschnitt von zwei auf Sicht halten kannst, dann bist du vorne ganz gut dabei.“