Leipzig erwartet gegen Salzburg ein „Spiel gegen sich selbst“

Foto: Robert Michael/AFP/Getty Images

Dosenduell? El Dosico? Das erste Aufeinandertreffen zwischen RB Leipzig und Red Bull Salzburg verspricht einige Brisanz. Von Absprachen wollen die beiden Schwesterklubs vor dem Duell zum Auftakt der Europa League am Donnerstag (21 Uhr) naturgemäß nichts wissen.

„Ein Spiel gegen sich selbst“ werde es für beide Mannschaften, glaubt Ralf Rangnick. Sowohl die Sachsen als auch die Österreicher schließlich wurden vom heutigen Leipzig-Trainer konzipiert und sukzessive entwickelt. Ganz so leicht wie die Salzburger hat es RB in der deutschen Bundesliga allerdings nicht. Der Start in die neue Saison jedenfalls verlief durchwachsen. Einer 1:4-Klatsche gegen Dortmund folgten ein Remis gegen Düsseldorf (1:1) und zuletzt ein hart erkämpfter Sieg gegen Hannover (3:2). Entsprechend fordert Rangnick von seinem Team volle Konzentration, schließlich soll die Gruppenphase nur der Auftakt zu einer erfolgreichen Europa League-Saison sein. „Wir müssen clever sein und die Partie mit Aggressivität, Intensität und der nötigen Effektivität angehen“, sagte der 60-Jährige. Dabei allerdings muss er auf einen Leistungsträger verzichten: Timo Werner fällt am Donnerstag aufgrund von Adduktorenbeschwerden ebenso aus wie Lukas Klostermann (Kniereizung) und Marcelo Saracchi (muskuläre Probleme). Erstmals wieder im Kader steht dagegen Marcel Halstenberg nach überstandenem Kreuzbandriss.

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Für Salzburg ist die Europa League nur ein schwacher Trost, wieder einmal. Die Champions League-Teilnahme nämlich ist Jahr für Jahr das große Ziel der Österreicher – auch in diesem Sommer allerdings war in den Play-offs Schluss. Nach einem 0:0 und einem 2:2 daheim gegen Roter Stern Belgrad musste Red Bull die Waffen strecken, zum bereits elften Mal in Serie. Nun soll es zumindest in der Europa League möglichst weit gehen. Die heimische Bundesliga schließlich stellt keine Herausforderung mehr dar für Salzburg. Nach fünf Meisterschaften in Folge führt der Klub auch in diesem Jahr nach sieben Siegen aus sieben Spielen souverän die Tabelle an. Dabei ist den Salzburgern aber bewusst, dass am Donnerstag mit Leipzig ein anderes Kaliber wartet: „Uns ist bewusst, dass wir auf einen ambitionierten Klub aus der deutschen Bundesliga treffen“, sagte Trainer Marco Rose vor dem Duell. „RB Leipzig hat große individuelle Qualität und ist in der Offensive bärenstark.“

RB Leipzig: Mvogo – Laimer, Konaté, Orban, Halstenberg – Demme, Kampl – Forsberg, Sabitzer – Augustin, Cunha

Red Bull Salzburg: Walke – Todorović, Ramalho, Pongračić, Ulmer – Haidara, Samassekou, Schlager – Wolf – Yabo, Dabbur

Am Donnerstag kommt es zum konzerninternen Duell, entsprechend kritische Stimmen mehrten sich vorab. Gibt es eine Absprache zwischen RB und Red Bull? Bestritten wird das jedenfalls von Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. Dem Kicker sagte er: „Die Klubs waren vor Jahren mal eng verzahnt, das ist nicht mehr der Fall.“ Entsprechend werde es einen sportlich fairen Wettbewerb geben. In diesem dürften die Sachsen aufgrund der hohen individuellen Qualität normalerweise knapp die Nase vorne haben.