Leipzig feiert Werner-Party in Berlin

Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

RB Leipzig hat den Stimmungsboykott bei Hertha BSC blendend ausgenutzt und sich dank Timo Werner in die Spitzengruppe der Bundesliga katapultiert. Bei offensiv nicht durchschlagskräftigen Hauptstädtern siegten ausgebufftere Sachsen im Topspiel mit 3:0 (1:0).

Die selbst auferlegte atmosphärische Flaute der Berliner Ostkurve dauerte nach Anpfiff genau fünf Minuten. Dann folgten die ersten Anfeuerungsrufe der rund 50.000 Besucher. Bereits nach nicht einmal einer Minute musste Hertha-Torwart Rune Jarstein einen Schuss von Nationalstürmer Werner von der Linie kratzen, ehe jener sechs Minuten später zur Führung traf (1., 7.). Berlins Außenspieler Maximilian Mittelstädt hatte Jarstein zunächst per Kopf geprüft, bevor Werner den Ball über die Linie stocherte. Hertha-Stürmer Salomon Kalou schob zwei Minuten später ein Zuspiel von Valentino Lazaro rechts am Tor vorbei (9.). Beide Teams standen in dieser Phase im Defensivverbund nicht sicher. Es erinnerte an die vergangenen Heimspiele der Berliner gegen Leipzig (1:4, 2:6), als es teils wild zuging.

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Matheus Cunha verpasste bei seinem Startelf-Ligadebüt aus knapp sieben Metern das 2:0 für die Gäste (19.). Zwei Minuten später klärte RB-Keeper Péter Gulácsi zweimal gegen den abschlussbereiten Kalou (21.). Kurz vor der Halbzeitpause verstolperten Kapitän Vedad Ibišević und Kalou das 1:1 (44.). Nach dem Seitenwechsel versuchte RB es erneut mit Hochgeschwindigkeitsfußball. Zweimal scheiterte Werner (48., 51.) fast völlig frei an Jarstein. Der dritte Schuss Werners war drin (53.), Berlin ließ sich in der Abwehr zu oft übertölpeln. Auf den Außenbahnen war Hertha überhaupt nicht sattelfest. Immer wieder ging es über Cunha, dessen Zuspiel Werner eine gute Viertelstunde vor dem Ende nicht verwertete (73.). Mit dem 3:0 aus knapp 18 Metern belohnte sich der Brasilianer selbst (75.).

RB springt bis Sonntag auf Rang drei

Vor Spielbeginn hatten sich ein Banner mit der Aufschrift „Gegen Kollektivstrafen“ und eine einzige Fahne trotz des Verbots des Vereins in den Fanblock der Gastgeber verirrt. Der Klub hatte nach den Krawallen von Dortmund „das Einbringen von Bannern, Spruchbändern, Blockfahnen und Doppelhaltern“ ins Olympiastadion untersagt. Mit 19 Punkten bedeutet der fünfte Saisonsieg bis Sonntag Rang drei für RB. Hertha kassierte indessen die zweite Niederlage der Spielzeit und ist erst einmal auf Rang acht zu finden. Die vergangenen vier Ligaspiele konnte Berlin allesamt nicht gewinnen. Auch wenn es für einen Heimsieg gegen den FC Bayern München (2:0) und in der vorigen Woche zum denkwürdigen 2:2 bei Spitzenreiter Borussia Dortmund reichte, müssen sich die Berliner nun erst einmal hinten anstellen.