Leipzig im Hexenkessel: Weiterkommen oder weiter zittern

Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

Eine Horde auf Krawall gebürsteter Kelten und eine explosive Tabellenkonstellation: Wenn den Spielern von RB Leipzig vor dem Europa League-Kracher bei Celtic Glasgow am Donnerstag (21 Uhr) das Herz in die Hose rutschen würde, wäre das nur allzu verständlich.

Im legendären Celtic Park können die Sachsen zwar bereits den Einzug in die K.o.-Runde perfekt machen – oder aber auch böse ins Hintertreffen geraten. Da Bangemachen jedoch nicht gilt, gibt sich Kevin Kampl als ältester Feldspieler im blutjungen RB-Kader als Fels in der Brandung. „Wir können in dem Spiel schon viel klarmachen. Und ich glaube, mit einer absoluten Top-Leistung können wir auch da gewinnen“, sagte der 28-Jährige der Bild. Die Lage ist recht einfach: RB ist bei einem Sieg weiter, wenn Red Bull Salzburg beim Tabellenschlusslicht Rosenborg Trondheim parallel nicht verliert.

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Sollte aber Celtic, das im Hinspiel in Leipzig 1:3 unterlegen gewesen war, zuhause gewinnen, hätten die Schotten wie RB sechs Punkte auf dem Konto – der Kampf ums Weiterkommen wäre weiter zugespitzt. Auch deswegen, glaubt Kampl, werde Glasgow nicht so passiv wie im ersten Aufeinandertreffen agieren. „Sie werden deutlich offensiver agieren und uns nicht so viele Räume lassen. Nur ein Punkt wäre eigentlich zu wenig für sie“, sagte er.

Ohne Werner und Poulsen in Glasgow

Und um sogar drei davon einzufahren, werden die Schotten alles tun – die elf Akteure auf dem Feld genauso wie Zehntausende auf den Rängen. „Heimspiele waren schon immer lebenswichtig für uns“, sagte Celtic-Torwart Craig Gordon. Mit doch beachtlichen 2.200 Fans werden die Leipziger trotzdem deutlich in der Unterzahl sein. Ein wahrer Hexenkessel, den Kampl schon einmal live erlebt hat, 2014 im Trikot von Salzburg: „Wenn sie vorm Spiel das Lied ‚You’ll never walk alone‘ singen – das hört man bis unten in den Kabinentrakt rein. Das ist einzigartig.“

In dieser Atmosphäre muss Leipzig auf zwei Spieler verzichten. Nationalstürmer Timo Werner wird nicht mit nach Glasgow reisen. Der 22 Jahre alte Angreifer hatte sich beim 3:0-Sieg bei Hertha BSC am vergangenen Samstag, als er doppelt traf, am rechten Zeh verletzt. Auch der Däne Yussuf Poulsen (muskuläre Probleme) trainierte nur individuell und fehlt in Schottland. Da scheint das Ligaspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Bayer 04 Leverkusen für RB-Trainer Ralf Rangnick wichtiger zu sein.