Leipzig nach Rückschlag von Glasgow unter Druck

Foto: Ian MacNicol/Getty Images

RB Leipzig muss nicht nur ums Weiterkommen in der Europa League bangen. Das 1:2 in Glasgow trübte auch die Vorbereitung auf das Ligaspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Bayer 04 Leverkusen.

Nach der unnötigen Pleite von Glasgow zeichneten sich auf der Stirn von Ralf Rangnick einige Denkfalten ab. „Nein“, sagte der RB-Trainer mit Nachdruck, die 60.000 frenetischen Zuschauer im legendären Celtic Park hätten RB Leipzig nicht eingeschüchtert. Und trotzdem verloren die Sachsen gegen ein beherzt kämpfendes Celtic Glasgow und müssen plötzlich um das Überwintern in der Europa League bangen. „Um es nach dem Ergebnis von heute noch selber in der Hand zu haben, brauchen wir auf jeden Fall einen Sieg in Salzburg“, sagte Rangnick vor dem brisanten Duell gegen den Schwesterklub. RB hat in der Gruppe B nun genau wie Celtic sechs Zähler auf dem Konto.

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Red Bull Salzburg, am 29. November der nächste Gegner der Leipziger, ist mit zwölf Punkten schon für die Zwischenrunde qualifiziert. Sicher wird vor dem Red-Bull-Duell die Diskussion um eine drohende Wettbewerbsverzerrung wieder losgehen. Unter Umständen fällt die Entscheidung aber erst beim Gruppenfinale gegen Tabellenschlusslicht Rosenborg Trondheim am 13. Dezember. Dass RB nicht bereits in Glasgow das Ticket für die nächste Runde löste, hat sich Rangnicks Team selbst zuzuschreiben. Das weiß auch der Coach. Immerhin kassierte Leipzig nur 65 Sekunden nach dem eigenen Ausgleich durch Jean-Kévin Augustin (78.) den 1:2-Treffer von Odsonne Édouard (79.).

„Da waren zu viele Spieler nicht gedanklich online“

Ein Konter, der an allen RB-Verteidigern vorbeiging. „Da waren zu viele Spieler nicht bereit, gut zu verteidigen und nicht gedanklich online“, sagte Rangnick. Abwehrspieler Marcel Halstenberg, einer der Schuldigen, befand: „Wir haben nach dem Tor kurz abgeschaltet, waren nicht hoch konzentriert.“ Das änderte sich zwar gegen Spielende, doch insgesamt – und vor allem in der ersten Halbzeit – war RB zu selten auf der Höhe des Geschehens. Nach dem 0:1 durch Kieran Tierney (11.) waren die Gäste offensiv nahezu völlig abgemeldet. Erst in der Schlussphase wurde es richtig gefährlich. Der eingewechselte Kevin Kampl (87.) setzte die beste Chance auf den abermaligen Ausgleich an die Latte. „Mein Gott, ich habe den Ball auf dem linken Fuß und muss volles Risiko gehen“, sagte der 28-Jährige.

In Depressionen wollte Kampl aber nicht verfallen: „Wir haben jetzt so viele Spiele gewonnen, da muss man jetzt keine Reaktion zeigen. Wir werden da weitermachen, wo wir zuhause aufgehört haben.“ Zehn Pflichtspiele nacheinander war RB unbesiegt gewesen – bis Glasgow. Zudem wird Linksverteidiger Marcelo Saracchi, der schon in der 15. Minute vom Platz musste, erst einmal mit einer Muskelverletzung ausfallen. Das sind keine guten Vorzeichen für das Wochenende. Am Sonntag geht es gegen Bayer Leverkusen. „Da müssen wir die Köpfe frei kriegen“, sagte Kampl. Viel Zeit dafür bleibt nicht.