Leipzig schlägt Gladbach im Spitzenspiel

Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

RB Leipzig sorgte nach zuletzt zwei Pflichtspielniederlagen am Sonntag für Wiedergutmachung. Die „Roten Bullen“ besiegten Borussia Mönchengladbach im Spitzenspiel vor heimischem Publikum mit 2:0 (2:0).

RB-Coach Ralf Rangnick rotierte nach dem 0:1 beim FC Red Bull Salzburg in der Europa League wie gewohnt ordentlich durch: Péter Gulácsi, Lukas Klostermann, Ibrahima Konaté, Marcel Halstenberg, Diego Demme, Marcel Sabitzer, Kevin Kampl und Yussuf Poulsen ersetzten Nordi Mukiele (nicht im Kader), Yvon Mvogo, Stefan Ilsanker, Willi Orban, Konrad Laimer, Marcelo Saracchi, Matheus Cunha und Jean-Kévin Augustin (alle auf der Bank). Gladbachs Trainer Dieter Hecking musste seine Startelf im Vergleich zum 4:1 gegen Hannover 96 auf zwei Positionen verändern: Tony Jantschke und Denis Zakaria begannen, Matthias Ginter (Bruch des Kiefers und der Augenhöhle) und Jonas Hofmann (Muskelverletzung am Hüftbeuger) fehlten.

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Vom Anpfiff weg entwickelte sich eine Partie mit hohem Tempo und großer Intensität. Die Leipziger erwischten dabei einen Blitzstart und gingen früh in Führung: Nach einem langen Ball von Kampl nahm Timo Werner Fahrt auf, kombinierte sich per Doppelpass mit Sabitzer in den Strafraum und überwand Borussia-Keeper Yann Sommer überlegt ins lange Eck (3.). Die Gäste brauchten zehn Minuten, um sich vom Rückstand zu erholen. Florian Neuhaus prüfte Gulácsi aus 20 Metern ein erstes Mal (12.). Auf der Gegenseite zwang Werner Sommer zur Parade, Poulsen verpasste den Abpraller (18.). Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die „Fohlen“ die Kontrolle, Lars Stindl scheiterte nach Zuspiel von Thorgan Hazard an Gulácsi (21.).

Werner erhöht kurz vor der Pause – Gladbach gehen die Ideen aus

In der Folge nahmen sich beide Teams eine kleine Ruhepause und schonten ihre Kräfte. Nach einer halben Stunde zog die Borussia die Zügel wieder an: Oscar Wendt flankte von der linken Seite auf Stindl, der seinen Meister in Gulácsi fand (31.). Auch die Sachsen fanden wieder Gefallen am Offensivspiel: Nach schneller Kombination über Kampl und Werner kam Sabitzer aus fünf Metern halbrechter Position zum Abschluss, Sommer lenkte den Ball zur Ecke (37.). RB beherrschte die Schlussminuten der ersten Hälfte und legte nach: Werner steckte auf Poulsen durch, der den Ball an Jantschke vorbeilegte. Der Däne zog mit Tempo in Richtung Tor und legte kurz vor Gulácsi wieder quer auf Werner, der zum 2:0 ins leere Tor vollendete (45.+1).

Die Leipziger knüpften in Hälfte zwei dort an, wo sie vor dem Seitenwechsel aufgehört hatten: Sabitzer nahm einen langen Ball in den Strafraum elegant an, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Sommer (49.). Auf der anderen Seite suchte Neuhaus aus ebenso spitzem Winkel sein Glück, traf allerdings nur das Außennetz (51.). Gladbach hatte zunehmend Probleme, sich bis ins letzte Drittel zu kombinieren, die Gastgeber verteidigten diszipliniert und leidenschaftlich. Und auch nach vorne setzte RB die besseren Akzente: Sabitzer prüfte einmal mehr Sommer mit einem Freistoß aus knappen 30 Metern (56.). Borussia-Coach Hecking reagierte und brachte Ibrahima Traoré für Neuhaus (60.). Die Hausherren hatten das Spiel Mitte der zweiten Hälfte im Griff.

Borussia-Offensive bleibt brotlos – Leipzig rückt auf Rang drei vor

Aufgegeben hatten die „Fohlen“ aber noch lange nicht: Hazard probierte es aus der Distanz, Gulácsi war zur Stelle (66.). Kurz darauf hatte Bruma Feierabend, Rangnick wechselte den defensiveren Laimer ein (69.). Stindl versuchte sich aus spitzem Winkel, der abgefälschte Schuss tropfte hinter Gulácsi noch an den langen Pfosten (75.). Hecking blies zur Schlussoffensive und brachte Raffael sowie Michaël Cuisance für Michael Lang und Wendt (77.). Die Hausherren zogen sich in den letzten Minuten zurück und verwalteten das Ergebnis. Gulácsi verhinderte das 1:2 im Eins-gegen-eins mit Alassane Pléa (83.). Die Borussia blieb bemüht, fand aber keine Lücken mehr in der Leipziger Hintermannschaft. Stattdessen verpasste Poulsen noch das späte 3:0 (90.+1).

RB Leipzig besiegt Borussia Mönchengladbach durchaus verdient mit 2:0 und bügelt die jüngsten Betriebsunfälle beim VfL Wolfsburg (0:1) und in Salzburg (0:1) wieder aus. Die Sachsen waren die abgeklärtere und stabilere Mannschaft, Werner wurde per Doppelpack zum Matchwinner. Auch die Gäste spielten phasenweise ansehnlichen Fußball, ließen allerdings die letzte Durchschlagskraft vermissen. Besonders Hazard und Pléa waren weitestgehend abgemeldet. Gladbach bleibt auf dem zweiten Tabellenplatz, hat nun aber sieben Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund. Leipzig rückt dank des Heimsiegs auf Rang drei vor.