Leipzig und Stuttgart wollen raus aus der Krise

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

RB Leipzig und der VfB Stuttgart laufen den eigenen Erwartungen in der neuen Saison bislang noch hinterher. Zweckoptimismus versprühten beide Trainer zuletzt, sowohl Ralf Rangnick als auch Tayfun Korkut mahnen zu einem kühlen Kopf. Während die Sachsen am Mittwochabend (20.30 Uhr) den zweiten Saisonsieg anpeilen, sind die Schwaben sogar noch ohne Dreier.

Durchwachsene Ergebnisse, dazu das unprofessionelle Verhalten einzelner Spieler – die Schlagzeilen, für die RB zuletzt gut war, waren so gar nicht nach dem Geschmack von Coach Rangnick. Zumindest hinsichtlich der Disziplin im Kader soll inzwischen alles geklärt sein, hofft der 60-Jährige. Nordi Mukiele und Jean-Kévin Augustin waren am Montag zurück im Training, nachdem sie aufgrund von Undiszipliniertheiten vor der Europa League-Partie gegen Salzburg suspendiert worden waren. „Abgehakt“ sei die Sache inzwischen, sagte der Trainer. Die Botschaft dahinter ist klar: Möglichst rasch will Rangnick zur Normalität zurückkehren. Und Normalität, das bedeutete für Leipzig in den vergangenen Jahren stets sportlichen Erfolg. Nicht nur in Sachen Disziplin hat es in den vergangenen Wochen allerdings geklemmt, auch die sportliche Ausbeute war zu wenig für den ambitionierten Klub. Während es in der Europa League ein 2:3 gegen Schwesterklub Salzburg setzte, sammelte RB in der Bundesliga lediglich einen Sieg aus vier Spielen, ein 3:2 gegen Hannover. Damit es gegen Stuttgart für den zweiten Saisonsieg langt, muss Leipzig insbesondere die Defensive stärken – bereits acht Gegentore kassierten die Sachsen, die damit die zweitschlechteste Abwehr der Liga hinter Freiburg (9) stellen.

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Kaum weniger wackelig präsentierte sich zuletzt die Hintermannschaft der Stuttgarter. Bereits sieben Gegentore musste die VfB-Defensive schlucken, gerade mal zwei magere Pünktchen gab es aus den ersten vier Saisonspielen. Entsprechend wollte sich Coach Korkut vor der Begegnung in Leipzig gar nicht lange mit dem Start aufhalten. Lieber richtete der 44-Jährige den Blick nach vorne: „Alles auf null gestellt“ werde am Mittwoch, sagte Korkut, „da haben wir aufs Neue die Chance, zu gewinnen“. Bislang nämlich wartet sein Team noch auf den ersten Dreier der Saison. Immerhin zwei Unentschieden gab es zuletzt. Diese allerdings gegen Gegner, die vermeintlich nicht mit Stuttgart auf Augenhöhe agieren: Freiburg (3:3) und Düsseldorf (0:0). Auch gegen den Aufsteiger hatte sich die Hintermannschaft den einen oder anderen Schnitzer geleistet. Ohne Ron-Robert Zieler im Tor hätte es gegen Düsseldorf wohl die dritte Saisonniederlage gegeben. „Wir haben zweimal nicht verloren und wollen jetzt den nächsten Schritt machen“, sagte Zweckoptimist Korkut. Verzichten muss er bei diesem Unterfangen weiterhin auf Daniel Didavi. Der Offensivspieler ist nach Achillessehnenbeschwerden aber auf dem Weg der Besserung. Wieder mitwirken können voraussichtlich Santiago Ascacíbar und Borna Sosa.

RB Leipzig: Gulácsi – Laimer, Orban, Upamecano, Saracchi – Ilsanker, Kampl –Cunha, Forsberg – Poulsen, Werner

VfB Stuttgart: Zieler – Beck, Baumgartl, Pavard, Insúa – Ascacíbar – Castro, Gentner – Thommy, Donis – Gómez

Raus aus der Krise wollen sowohl Leipzig als auch Stuttgart. Dabei setzen die Sachsen für das Duell am Mittwoch darauf, dass sich die Mannschaft nach dem „Handy-Skandal“ um Mukiele und Augustin endlich wieder auf sportliche Belange konzentriert. An der Qualität des Kaders jedenfalls gibt es keinen Zweifel, zu anfällig allerdings präsentierte sich zuletzt die Defensive. VfB-Coach Korkut derweil braucht den ersten Saisonsieg – sonst könnte es irgendwann ungemütlich werden für den Erfolgstrainer der vergangenen Rückrunde.