Leipzig unterliegt in Glasgow mit 1:2

Foto: Andy Buchanan/AFP/Getty Images

RB Leipzig hat seine gute Ausgangslage für den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League aus der Hand gegeben. Die „Roten Bullen“ unterlagen Celtic Glasgow am Donnerstagabend auswärts mit 1:2 (0:1).

Glasgows Trainer Brendan Rodgers schickte dieselbe Elf ins Rennen, die am vergangenen Wochenende Heart of Midlothian mit 5:0 besiegt hatte. RB-Coach Ralf Rangnick nahm nach dem 3:0 bei Hertha BSC wie gewohnt einige Änderungen an seiner Anfangsformation vor: Yvon Mvogo, Dayot Upamecano, Stefan Ilsanker, Konrad Laimer und Jean-Kévin Augustin begannen. Péter Gulácsi (nicht im Kader) und Timo Werner (Zehenprellung) waren nicht mitgereist; Ibrahima Konaté, Diego Demme und Kevin Kampl saßen zunächst auf der Bank.

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Leipzig hielt vor euphorisierten Celtic-Fans zu Beginn entschlossen dagegen und setzte sich in den Anfangsminuten in der gegnerischen Hälfte fest. Marcel Sabitzer versuchte es aus der Distanz, Glasgows Keeper Craig Gordon war zur Stelle (8.). Die Gastgeber waren mit dem hohen Pressing des Bundesligisten zunächst überfordert und überquerten kaum einmal die Mittellinie. Mit der ersten Offensivaktion schlugen „The Bhoys“ allerdings direkt zu: James Forrest verlagerte das Spiel auf die linke Seite, wo Kieran Tierney freistehend im Sechzehner an den Ball kam und Mvogo zum 1:0 ins lange Eck überwand (11.). Kurz darauf musste Marcel Halstenberg bereits früh den angeschlagenen Marcelo Saracchi ersetzen (16.).

Bruch im Leipziger Spiel – Mehr Struktur nach der Pause

In der Folge verlor RB komplett den Faden. Tom Rogic zielte von der Strafraumkante zu hoch und verpasste das 2:0 (20.). Celtic ließ den Ball nun durch die eigenen Reihen laufen, Leipzig kam nicht mehr vernünftig in die Zweikämpfe. In einer Phase der Glasgower Belagerung ging aber auch der Abschluss von Ryan Christie deutlich über das Leipziger Tor (32.). Den Gästen fehlte der Zugriff im Mittelfeld, Laimers noch abgefälschter Schuss verfehlte das Gehäuse um einige Meter (36.). Auf der Gegenseite musste Upamecano gegen Odsonne Édouard aus spitzem Winkel zur Ecke retten (41.). Die 1:0-Führung der Gastgeber ging zur Halbzeit völlig in Ordnung, den „Roten Bullen“ war nach dem Rückstand offensiv so gut wie gar nichts mehr gelungen.

Rangnick reagierte auf den einfallslosen Auftritt seiner Mannschaft und brachte zum Seitenwechsel Kampl für Ilsanker (46.). Die Kabinenansprache des RB-Trainers schien zu fruchten: Bruma prüfte Gordon nach nur 30 Sekunden per Fernschuss aus 20 Metern (46.). Doch auch Celtic blieb dran: Nach einem schnellen Einwurf brach Scott Sinclair auf links durch, scheiterte aber an Mvogo (48.). Alles in allem übernahm Leipzig nach der Pause die Kontrolle über die Partie, Sabitzers Abschluss geriet zu zentral (53.). Glasgow blieb aber gefährlich: Mvogo war gegen Édouards Versuch aus zehn Metern halblinker Position rechtzeitig unten (56.). Die Sachsen agierten zwar strukturierter, klare Torchancen blieben aber weiterhin Mangelware.

Augustin gleicht aus – Édouard antwortet postwendend

Sabitzer (68.), Matheus Cunha (71.) und Bruma (72.) probierten es erfolglos aus der Distanz. Rangnick zog seinen letzten Joker und brachte Demme für Nordi Mukiele (70.). Édouard ließ rechts im Strafraum Sabitzer aussteigen, Mvogo verhinderte die Entscheidung zugunsten der Hausherren (73.). Leipzig machte zwar das Spiel, die besseren Gelegenheiten hatte aber Celtic. Die Mühen der Gäste wurden schließlich dennoch belohnt: Laimer flankte den Ball von der rechten Seite in den Sechzehner, wo Augustin freistehend einköpfte (78.). Der Ausgleich hielt allerdings gerade einmal 64 Sekunden. Sinclair spielte einen feinen Pass in den Strafraum, Christie legte quer auf Édouard und der Franzose schob zum 2:1 ein (79.) – die kalte Dusche für Leipzig.

Die Gäste ließen die Köpfe allerdings nicht hängen und drängten auf das 2:2. Kampl traf nach Zuspiel von Cunha aus 14 Metern an die Latte (87.). Nur zwei Minuten später steckte Augustin auf Kampl durch, der den Ausgleich erneut verpasste (89.). Leipzig geht erstmals nach zuvor zehn ungeschlagenen Pflichtspielen wieder als Verlierer vom Platz. Die „Roten Bullen“ waren in den ersten 70 Minuten zu harm- und in den letzten 20 Minuten zu glücklos. Celtic verteidigte sich zum Erfolg und zieht mit dem 2:1-Heimsieg nach Punkten mit RB gleich. Lediglich die bessere Tordifferenz hält die Sachsen noch auf Rang zwei der Gruppe B.