Leipzig unterliegt Salzburg mit 2:3

Foto: Robert Michael/AFP/Getty Images

Für RB Leipzig gab’s zum Auftakt der Europa League-Gruppenphase die kalte Dusche. Die Sachsen unterlagen Schwesterklub FC Red Bull Salzburg vor heimischem Publikum mit 2:3 (0:2).

RB-Coach Ralf Rangnick warf nach dem 3:2-Erfolg am vergangenen Samstag gegen Hannover 96 wieder die Rotationsmaschine an: Yvon Mvogo, Konrad Laimer, Dayot Upamecano, Marcel Sabitzer, Matheus Cunha, Bruma und Jean-Kévin Augustin begannen. Péter Gulácsi, Willi Orban, Diego Demme, Emil Forsberg sowie Yussuf Poulsen saßen zunächst auf der Bank, Marcelo Saracchi und Timo Werner (beide muskuläre Probleme) mussten passen. Salzburgs Trainer Marco Rose nahm gegenüber dem 3:1 beim SKN St. Pölten nur eine Änderung vor: Stefan Lainer verteidigte statt Darko Todorović (Bank) auf der rechten Seite.

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Die Gäste begannen spielbestimmend und ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Leipzig setzte auf das typisch aggressive Gegenpressing und lauerte auf Konter. Dieses Konzept ging in den Anfangsminuten nicht auf, die Heimelf sah sich einer Reihe Salzburger Angriffe ausgesetzt. Die ersten Gelegenheiten gehörten aber RB: Sowohl Laimers als auch Sabitzers Schuss wurden allerdings geblockt (8.). Im Gegenzug hatte der Bundesligist Glück, dass Schiedsrichter Andreas Ekberg den Einsatz von Ibrahima Konaté gegen Reinhold Yabo nicht als Notbremse interpretierte (9.). Leipzig fand in der Folge mehr Zugriff, Kevin Kampl scheiterte aus 20 Metern halblinker Position an Salzburgs Keeper Alexander Walke (18.).

Salzburg mit dem Doppelschlag

Nach 20 Minuten leisteten sich die Hausherren aber zwei folgenschwere Fehler: Erst lud Stefan Ilsanker Munas Dabbur mit einem katastrophalen Rückpass zum Salzburger Führungstreffer ein (20.), nur drei Minuten später stand Leipzig hinten komplett offen. Andreas Ulmer war nach feinem Steilpass auf links durch und bediente den völlig freien Amadou Haidara, der nur noch zum 2:0 einschieben musste (23.). Die Sachsen wirkten nach dem Doppelschlag indisponiert, die schnelle Reaktion blieb aus. Salzburg kontrollierte das Geschehen und fand immer wieder Lücken – bedingt durch Leipziger Unachtsamkeiten. Hannes Wolf verfehlte aus der Distanz (38.), RB konnte vor der Pause keinen weiteren Abschluss verbuchen.

Rangnick reagierte und brauchte sein Wechselrepertoire bereits zur Halbzeit auf: Marcel Halstenberg (Comeback nach Kreuzbandriss), Demme und Poulsen ersetzten Nordi Mukiele, Bruma und Augustin (46.). Leipzig kehrte bissiger auf den Rasen zurück, tat sich im Spiel nach vorne aber weiterhin schwer. Stattdessen wurden die Gäste wieder gefährlich: Wolf leitete den Ball mit der Hacke auf Dabbur weiter, der das lange Eck anvisierte, aber nur den Außenpfosten traf (55.). Zum wiederholten Male hatte die Abseitsfalle der Gastgeber nicht funktioniert. Auf der anderen Seite versuchte sich Demme mit einem harmlosen Distanzschuss (60.). Ganz anders Salzburg: Wolf setzte einen Abschluss von der Strafraumgrenze nur knapp links daneben (65.).

Laimer und Poulsen gleichen aus – Joker Gulbrandsen schlägt zurück

Mitte der zweiten Hälfte skandierten die RB-Fans lautstark „Wir wollen euch kämpfen sehen“ und die Mannschaft kam der Aufforderung nach: Ulmer patzte und verlor den Ball links im eigenen Strafraum an Laimer. Der Ex-Salzburger zog in die Mitte und schloss mit der Picke ins lange Eck ab (70.). Die Gäste zeigten sich wenig beeindruckt vom Anschlusstreffer; Dabbur prüfte Mvogo aus 20 Metern (72.). Die Sachsen wirkten nun aber entschlossener: Erst scheiterte Cunha aus der Distanz an Walke (80.), dann sorgte der eingewechselte Poulsen per Kopf nach schöner Flanke von Halstenberg für den Ausgleich (82.).

Salzburg wurde nach dem 2:2 wieder aktiver. Der eingewechselte Fredrik Gulbrandsen traf zunächst aus spitzem Winkel noch das Außennetz (88.) und hatte kurz darauf seinen großen Moment: Stark bedient von Wolf, überwand der Norweger Mvogo aus halblinker Position mit einem präzisen Flachschuss ins lange Eck (89.). Die Hausherren fanden in den Schlussminuten keine Antwort mehr, Upamecano vergab die letzte Chance per Kopf nach einer Ecke (90.+5). Die Sachsen müssen sich zum Auftakt der Europa League-Saison dem Schwesterklub geschlagen geben. Der Salzburger Sieg geht über 90 Minuten vollkommen in Ordnung.