Leverkusen muss in Rasgrad vorlegen

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Neuer Wettbewerb, neues Glück? Bayer 04 Leverkusen will zum Auftakt der Europa League am Donnerstag (21 Uhr) bei Ludogorez Rasgrad den Fehlstart in der Bundesliga für 90 Minuten vergessen und sich auf internationaler Bühne neues Selbstvertrauen holen.

Rasgrad ist für deutsche Fußball-Fans keine Unbekannte: In der vergangenen Saison trafen die Bulgaren auf die TSG 1899 Hoffenheim – und holten aus zwei Spielen gegen die Kraichgauer vier Punkte. Auch in der laufenden Spielzeit droht Ludogorez ein unangenehmer Gegner zu werden, denn die Osteuropäer sind gut in Form. In der heimischen Liga rangiert der kommende Gegner der „Werkself“ auf dem dritten Tabellenplatz. 17 Punkte holte Rasgrad aus acht Spielen, zuletzt gab es inklusive des Europa League-Qualifikationsspiels gegen Torpedo Kutaisi (4:0) drei Siege in Folge. Insgesamt ist Ludogorez sogar seit neun Pflichtspielen ungeschlagen (sieben Siege, zwei Remis). Zwar gehen die Bulgaren gegen Leverkusen als Außenseiter in die Partie. Unterschätzen sollte Bayer Rasgrad aber nicht. Was in diesem Fall droht, bewies Hoffenheim im vergangenen Jahr.

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Drei Spiele, drei Niederlagen, null Punkte – aber ein großer Aufreger: Karim Bellarabis Foul an Bayerns Rafinha beim 1:3 in der Allianz Arena schlug hohe Wellen. Der Brasilianer wird dem Rekordmeister einige Wochen fehlen, Bellarabi muss vier Spiele zusehen. Jeglichen Frust über die jüngsten Ergebnisse und Vorkommnisse will Leverkusen in der Europa League wenigstens etwas vergessen machen. Der neue Wettbewerb bietet die Möglichkeit, den Kopf etwas freizubekommen und Selbstvertrauen zu tanken. Und es könnte für Trainer Heiko Herrlich eine Art Schraubenschlüssel sein, um seinen wackelnden Stuhl zumindest vorerst wieder festzuziehen. Am Donnerstag kann der Bayer-Coach dann wohl auch auf Lars Bender setzen, der am Samstag beim 1:3 in München nach einem Schlag auf die Wade ausgewechselt werden musste. „Es sieht sehr gut aus. Er macht das Abschlusstraining mit“, sagte Herrlich am Mittwoch.

Ludogorez Rasgrad: Renan – Cicinho, Moti, Nedjalkow, Natanael – Campanharo, Djakow – Lukoki, Marcelinho, Wanderson – Keseru

Bayer 04 Leverkusen: Hrádecký – Weiser, S. Bender, Tah, Wendell – L. Bender, Kohr – Brandt, Havertz, Bailey – Volland

Alles andere als ein Sieg wäre für Bayer eine große Enttäuschung. Leverkusen muss gewinnen, um die Stimmung rund um die BayArena nicht vollends kippen zu lassen. Für Coach Herrlich stehen nicht nur drei Punkte auf dem Spiel, sondern wohl auch seine Anstellung bei der „Werkself“. Denn sollte sich zu den Enttäuschungen in der Bundesliga nun auch noch eine Pleite in der Europa League gesellen, wird die Luft für den Übungsleiter noch dünner.