Leverkusen will gegen Stuttgart zurück in die Spur

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Für Bayer 04 Leverkusen ist am Freitagabend (20.30 Uhr) ein Sieg gegen Bundesliga-Schlusslicht VfB Stuttgart Pflicht. Ansonsten droht unter dem Werkskreuz eine unruhige Vorweihnachtszeit.

Abstiegskampf oder Aufholjagd? Leverkusen stellt im Kellerduell der Bundesliga gegen Tabellenschlusslicht Stuttgart die Weichen für den weiteren Saisonverlauf. Der als Champions League-Aspirant in die Spielzeit gestartete Werksklub darf sich keinen weiteren Ausrutscher leisten, sonst droht Bayer und vor allem Trainer Heiko Herrlich eine unruhige Vorweihnachtszeit.

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„Wir stehen unter Druck, müssen unser Heimspiel gegen Stuttgart gewinnen“, sagte der Bayer-Coach, der sich nach den zwischenzeitlichen Erfolgen in Bremen (6:2) und im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach (5:0) schon wieder sicher im Sattel wähnte. Die jüngsten Niederlagen gegen Hoffenheim (1:4) und in Leipzig (0:3) haben auch die Diskussionen um seine Person wieder angeheizt.

Bayer will Heimfluch besiegen

Herrlich lässt sich zumindest äußerlich davon nicht beeindrucken und will gegen die Schwaben vor allem den Heimfluch besiegen. Mit nur vier Punkten und 6:13 Treffern liegt Bayer in der Heimtabelle auf dem vorletzten Platz, nur Stuttgart ist noch schlechter. „Wir haben da Nachholbedarf. Das ist uns bewusst“, sagte Herrlich der Bild und ergänzte mit Blick auf die Stimmung in der Bay-Arena: „Allein für die Fans wollen wir eine Topleistung bringen und das Spiel gewinnen.“

Auch Sport-Geschäftsführer Rudi Völler nimmt die Mannschaft in die Pflicht und erklärt die Partie zum Charaktertest: „Jeder Einzelne ist gefordert. Gegen Stuttgart können die Spieler beweisen, dass sie richtige Kerle sind.“ Die Worte sind offenbar bei den Spielern angekommen. „Wenn wir die Mannschaft sind, die wir sein wollen, dann müssen wir das Heimspiel gegen Stuttgart gewinnen“, sagte Julian Baumgartlinger und Torwart Lukáš Hrádecký äußerte im Kicker: „Wenn du dich nach der Länderspielpause direkt mit einer Niederlage bis Weihnachten durchbeißen musst, wird es schwer. Ein Sieg ist sehr, sehr wichtig. Sogar wichtiger wegen der Stimmung als wegen der Punkte“.

Carro findet deutliche Worte

Der finnische Nationalkeeper formulierte zudem ein klares Ziel bis zu den Feiertagen: „Über 20 Punkte müssen wir bis Weihnachten auf jeden Fall haben.“ Derzeit sind es gerade mal elf, was auch dem neuen Geschäftsführer Fernando Carro zu denken gibt: „In der Bundesliga hinken wir den Erwartungen deutlich hinterher.“ Gegen Stuttgart liegen die Hoffnungen nicht zuletzt auf Karim Bellarabi, der nach seiner Oberschenkelverletzung wieder fit ist. „Es ist wichtig, dass Karim zurückkommt. Er strotzt vor Selbstbewusstsein. Er war in der Offensive der wesentliche Faktor, als wir ein kleines Zwischenhoch hatten“, sagt der gebürtige Schwabe Herrlich über den elfmaligen Nationalspieler, der in seinen fünf jüngsten Pflichtspieleinsätzen sieben Treffer erzielt hat.