Leverkusens „Kiddies“ werden langsam erwachsen

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images

Als Heiko Herrlich pünktlich zu Halloween die bösen Geister vertrieben hatte, huschte ein kurzes Lächeln über sein Gesicht. Nach elf Toren in zwei Spielen hofft nicht nur der Trainer, dass der Spuk des gruseligen Saisonstarts endgültig beendet ist.

„Der Bann scheint gebrochen“, sagte Herrlich nach der 5:0 (2:0)-Pokalgala bei Borussia Mönchengladbach und genoss den zweiten Kantersieg innerhalb von nur vier Tagen. Die verrückte Wende bei der „Werkself“ erinnert an den oft zitierten Ketchup-Effekt: Erst kam lange nichts, dann plötzlich alles auf einmal. Wie schon beim 6:2 in Bremen konterte die Herrlich-Elf den Gegner mit den schnellen Angreifern Julian Brandt, Karim Bellarabi und Kevin Volland nach Belieben aus. „Elf Tore bei zwei heimstarken Mannschaften – tolle Truppe, tolle Moral“, sagte Sport-Geschäftsführer Rudi Völler. Fragen nach Herrlichs Zukunft gab es erst gar nicht. Ist nun also die Trendwende geschafft?

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Nationalspieler Brandt, der schon nach fünf Minuten den Torreigen eröffnete, glaubt fest daran. „Wir haben zu Saisonbeginn öfter wie Kinder gespielt, ein bisschen naiv. Mittlerweile nutzt die Mannschaft ihre Chancen. Die kleinen Kiddies werden langsam erwachsen“, sagte der 22-Jährige und fügte an: „Was in den letzten beiden Spielen passiert ist, das hätte sich am Samstagmorgen noch keiner ausgerechnet.“ Erleichtert war auch Trainer Herrlich, dessen Umstellung auf ein 3-4-3-System fruchtet. „Ich habe immer gesagt, dass du dir die Leichtigkeit über die Ergebnisse zurückholst. Aber es darf jetzt nicht aufhören. Der Hunger muss jetzt beständig bleiben“, sagte der 46-Jährige, dessen Team in der Bundesliga nur auf Rang zwölf liegt. Am Samstag kommt die TSG nach Leverkusen. „Da müssen wir nachlegen“, forderte Herrlich.