Löw vertraut auf ein klares Gerüst

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Joachim Löw erwartet von der deutschen Nationalmannschaft nach dem gelungenen Neuanfang gegen Frankreich (0:0) und Peru (2:1) im heißen Nations League-Herbst eine Steigerung. Thomas Müller pflichtete dem Bundestrainer bei.

„Die Mannschaft weiß, dass es weitere gute Leistungen braucht, weil wir unter Beobachtung stehen, damit sich die Fans wieder voll mit der Mannschaft identifizieren“, sagte Löw nach dem Sieg gegen Peru in Sinsheim. Müller nannte die vergangene Woche „einen kleinen Schritt in die richtige Richtung – aber es ist jetzt nicht alles super. Wir haben schon noch etwas zu tun vor den beiden nächsten wichtigen Spielen. Da müssen wir Ergebnisse liefern.“

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Im Oktober in den Niederlanden und Frankreich gehe es darum, „dass die Mannschaft in puncto Taktik und Einstellung weiter geht“, ergänzte Löw, der dabei auf ein klares Gerüst vertraut. Vor Kapitän Manuel Neuer sei das Abwehrzentrum mit Mats Hummels und Jérôme Boateng gesetzt, sagte der 58-Jährige, „weil sie von ihrer Klasse her unglaubliche Präsenz und Zweikampfstärke ausstrahlen und große Routine haben“. Davor werde Joshua Kimmich auch künftig auf der Sechs spielen, betonte Löw, „weil er die Position gut bekleidet mit allem, was sie abverlangt und braucht“. Außerdem gesetzt ist Toni Kroos, auch Marco Reus und Timo Werner begannen in beiden Spielen.

„Umbruch light“ als richtigen Weg

DFB-Präsident Reinhard Grindel sieht den von Löw eingeleiteten „Umbruch light“ als richtigen Weg. „Man hat gesehen, dass die erfahrenen, die arrivierten Spieler der Mannschaft Sicherheit geben, dass es ohne diese Spieler noch nicht geht“, sagte Grindel. Sicher müsse die Mannschaft „Stück für Stück durch Jüngere ergänzt werden“, doch wenn es im Oktober in der Nations League weitergehe, „wird es auf Sicherheit in der Defensive ankommen, viele Pässe in die Tiefe und darauf, offensiv Akzente zu setzen. Das wird nur durch Spieler, die Erfahrung und Sicherheit haben, gehen“, sagte Grindel.

Den Neustart nach dem WM-Desaster sieht der DFB-Präsident als geglückt an. „Die Mannschaft wollte ein anderes Gesicht zeigen als in Russland, engagiert zur Sache gehen, Kampf zeigen, aber auch eine bessere Spielidee. Das ist in den beiden Spielen gelungen und die positive Bilanz“, sagte der frühere CDU-Politiker. „Wir sind gut gerüstet für die beiden wichtigen Auswärtsspiele in der Nations League.“ Allerdings bemängelte auch der DFB-Boss: „Die Chancenverwertung ist das Einzige, was gefehlt hat, das war auch in Russland schon so. Jogi Löw wird hier Antworten finden, da bin ich ganz sicher.“