Mainz dank Franzosen-Power sorgenfrei in die Pause

Foto: Michael Kienzler/Bongarts/Getty Images

Am Ende wurde beim 1. FSV Mainz 05 geschunkelt. Während die Fans schon einmal in freudiger Erwartung einen Rosenmontagsklassiker schmetterten, wiegten die Spieler nach dem 3:1 (2:0)-Auswärtssieg beim SC Freiburg Arm in Arm vor der Gästekurve hin und her.

Einen Tag vor dem offiziellen Beginn der Fastnachtszeit war die Stimmung bei den Rheinhessen bereits prächtig. Gesorgt hatte dafür nicht zuletzt die erneut überzeugende „French Connection“. Noch im Sommer, nach einer Saison des Zitterns um den Klassenerhalt, hatten die Mainzer mit einer gehörigen Portion Selbstironie versucht, einem möglichen Grummeln in der eigenen Fanszene entgegenzuwirken. „Wieder nur Neuzugänge aus der zweiten französischen Liga? Egal, unser Traum lebt!“, hatte der Verein damals großflächig in der ganzen Stadt plakatiert. Zu Recht, wie sich nun mehr und mehr zeigt.

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Denn wie schon beim Befreiungsschlag gegen den SV Werder Bremen (2:1) war es in Freiburg wieder die Franzosen-Fraktion des FSV, die ihr Team auf die Siegerstraße gebracht hatte. Jean-Philippe Gbamin (6.) und Jean-Philippe Mateta (18.), die schon in der Vorwoche die beiden Treffer erzielt hatten, schossen eine frühe 2:0-Führung heraus. Nach dem Anschlusstreffer durch Roland Sallai (72.) sorgte dann Karim Onisiwo (75.) für die Entscheidung. Doch Gbamin, einst vom RC Lens aus Frankreichs Ligue 2 verpflichtet, und Mateta, im Sommer vom AC Le Havre gekommen, gehören nicht nur aufgrund ihrer Tore zu den Hauptverantwortlichen für den jüngsten Mainzer Aufschwung. Gemeinsam mit dem immer stabiler werdenden Innenverteidiger Moussa Niakhaté – im Sommer geholt, natürlich, aus Liga zwei im Land des Weltmeisters – verleihen sie dem Spiel der 05er eine neue Qualität.

Streich lobt: „Sie werden noch besser werden“

Nimmt man da noch den umsichtigen Sechser Pierre Kunde dazu, der zwar seine fußballerische Heimat in Spanien hat, der aber als Kameruner zumindest französisch spricht, wird das Bild komplett. „Ich weiß, wie gut Mainz ist. Und sie werden noch besser werden, weil sie Spieler geholt haben, die unheimlich talentiert sind“, lobte Freiburgs Trainer Christian Streich die Einkaufspolitik. Den Fans hat das Quartett Gbamin, Mateta, Niakhaté und Kunde nun gemeinsam mit ihren Kollegen dank zwei Siegen in Folge einen relativ sorgenfreien Auftakt für die närrischen Tage beschert. Ob er denn schon wisse, was in Mainz am 11.11. um 11.11 Uhr los sei, wurde Torschütze Mateta deshalb gefragt. „Na klar“, meinte der Angreifer und grinste. Mitfeiern könne er aber leider nicht: „Ich muss ja zur französischen U21-Nationalmannschaft fahren.“