Mainz geht ohne „Joker“ ins Kellerduell

Vor dem brisanten Duell gegen Hamburg ist der 1. FSV Mainz 05 um möglichst große Normalität bemüht. Angst vor dem Kellerduell verspürt Sandro Schwarz keine, vielmehr freut er sich auf eine „Riesenmöglichkeit“.

Fast schon komfortabel ist die Situation der Rheinhessen – zumindest im Vergleich mit Hamburg. 24 Punkte nämlich weist das Mainzer Konto inzwischen aus, damit wurde in den vergangenen Wochen zumindest der Relegationsrang gesichert und der Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze gehalten. Der HSV hingegen holte seit Rückrundenbeginn gerade mal zwei Zähler und hat mit nur 17 Punkten bereits den Anschluss verloren. Kein Wunder also, dass das Duell am Samstag ob der Brisanz und der jüngsten Ausschreitungen der HSV-Fans als Risikospiel deklariert wurde.

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In Mainz sind sie dennoch bemüht, so viel Normalität wie möglich zu wahren. Anders als Hamburgs Trainer Bernd Hollerbach will Schwarz jedenfalls kein Trainingslager abhalten. „Aus unserer Sicht besteht derzeit überhaupt keine Notwendigkeit, einen Joker zu ziehen“, wird der Mainzer Coach von der Vereinshomepage zitiert. Der HSV hingegen versammelt sich ab Donnerstag im früheren Teamhotel Treudelberg im Norden der Hansestadt. Für den Tabellen-17. geht es schließlich fast schon ums Überleben. Beim FSV hingegen sehen sie das Kellerduell vor allem als Chance auf den nächsten Schritt. Das Spiel sei eine „Riesenmöglichkeit, unsere eigene Situation weiter zu verbessern“, erklärte Schwarz.

Platz 14 winkt

Im Falle eines Sieges gegen den HSV winkt Mainz tatsächlich ein kleiner Sprung in der Tabelle. Sollte Wolfsburg gegen Leverkusen sieglos bleiben und Bremen in Gladbach verlieren, würden sich die Rheinhessen mit einem Dreier auf Rang 14 verbessern. Erstmals seit dem 20. Spieltag würde die Schwarz-Elf wieder über dem Strich stehen. Der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze wäre zudem ausgebaut.

All das findet allerdings noch im Konjunktiv statt. Und derartige Rechenspiele möchte Schwarz bei seinen Spielern möglichst verhindern. „Konsequent und konzentriert“ müsse sich sein Team auf die Partie vorbereiten, forderte der 39-Jährige. Er rechne mit „einem sehr emotionalem, kampfbetontem Spiel“. Der Schlüssel am Samstag soll dabei einmal mehr die Defensive sein. Zwar stellen die Rheinhessen mit 42 Gegentoren noch immer die zweitschlechteste Abwehr der Liga. In den vergangenen beiden Partien gegen Wolfsburg (1:1) und Hertha BSC (2:0) hielt die Hintermannschaft allerdings dicht. „Das ist der Weg, den wir konsequent verfolgen wollen“, kündigte Schwarz an.