Martínez: „Eine Ehre, in so einem Verein zu sein“

Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Javi Martínez geht bereits in seine siebte Saison als Profi des FC Bayern und fühlt sich in München noch so wohl wie am ersten Tag. Der Spanier erklärte nun, welche Eigenschaften ihn auf sowie außerhalb des Platzes ausmachen, und welche Bedeutung Titel wie die deutsche Meisterschaft für ihn haben.

Martínez schwärmte im Interview mit dem Kicker von seiner fußballerischen Heimat. „So etwas habe ich mir früher immer gewünscht, Tag für Tag mit all diesen tollen Spielern zu trainieren, mich zu verbessern und mit grandiosen Trainern zu arbeiten“, sagte der Baske. „Für mich ist es eine Ehre und auch ein Privileg, in so einem Verein zu sein.“ Trotz seiner eigenen Treue zum Rekordmeister sieht er die vielen schnellen Vereinswechsel der heutigen Zeit rational: „Wie lange hat man als Spieler in seiner Karriere? 10, 14, 15 Jahre? Da muss man schauen, dass man so viel Nutzen wie möglich aus der Karriere ziehen kann. Wir Spieler wissen, dass wir nur auf der Durchreise sind. Anfang und Ende, das ist immer präsent.“

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Martínez gewann die deutsche Meisterschaft und die Champions League, war Welt- sowie Europameister, und ist dennoch auf dem Boden geblieben. In seinem Elternhaus wurde ihm vor allem Demut eingeimpft. „Ich habe gelernt, dass man für alles, was man erreichen möchte, auch wirklich hart arbeiten muss, kämpfen muss. Und dass man sich nicht überschätzt“, meinte der 29-Jährige. Diese Demut überträgt Martínez auch auf den Platz: „Ich charakterisiere mich selbst als Mannschaftsspieler. Es gibt andere wichtige Spieler in dieser Mannschaft, die echte Leader sind. Das akzeptiere ich, damit habe ich auch gar kein Problem.“

Spanier ist auch im siebten Bayern-Jahr noch hungrig

Auf die Führungsspieler der aktuellen Mannschaft angesprochen, nannte der Nationalspieler zwei Namen. „Zwei sind auf jeden Fall Arjen Robben und Franck Ribéry“, sagte Martínez. „Daran gibt es für alle wohl keine Zweifel, schon deshalb, weil sie so lange im Profigeschäft auf allerhöchstem Niveau dabei sind. Sie sind wirklich beispielhafte Profis. Wir Kollegen nehmen sie als Vorbild.“ Doch auch der Sechser selbst kann als Vorbild herhalten, vor allem was den Erfolgshunger anbelangt. Die Siege der Vergangenheit bedeuten Martínez „nicht so viel“: „Jetzt geht es nur um die Titel, die anstehen, in diesem Jahr und dann wieder im nächsten.“ Der Mittelfeldspieler ist immer noch hungrig, er „will immer noch mehr“.

Dabei steht die Meisterschaft in der Zielsetzung ganz oben. „Die Meisterschaft reflektiert am besten, was man während eines Jahres geleistet hat. Die Bundesliga zu gewinnen geht nur, wenn du gleichmäßig über ein Jahr hinweg Leistung bringst“, sagte Martínez. Er selbst will sich dafür in den Dienst der Mannschaft stellen, ob im Mittelfeld oder der Innenverteidigung ist für ihn nicht entscheidend. Sehr entscheidend wird allerdings, wie gut die Bayern das System des Trainers Niko Kovač annehmen und umsetzen: „Er will, dass wir mit vielen Leuten vorne sind und Chancen auf den Abschluss haben. Aber das bedarf einer guten Balance, deshalb braucht es uns defensive Spieler, nicht nur, aber besonders. Wir müssen aufpassen, abdecken, zulaufen.“