Maßnahme mit Konfliktpotenzial: Kovač schafft die Rotation ab

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Mit klaren Maßnahmen will Trainer Niko Kovač den FC Bayern München dauerhaft in der Spur halten. Es sind Ansagen mit Konfliktpotenzial.

Er sei, betonte Kovač am Freitag, „in der Ansprache zur Mannschaft klarer und deutlicher geworden“. Und das, was der Trainer des FC Bayern in den letzten Tagen mitzuteilen hatte, dürfte einigen Münchner Profis überhaupt nicht gefallen haben. Kovač hat beim deutschen Rekordmeister zunächst einmal die Rotation abgeschafft. Nationalspielern wie Mats Hummels oder Javi Martínez droht in den nächsten Wochen weiterhin die Bank. Es ist eine Maßnahme mit reichlich Konfliktpotenzial. „Rotation wird es in der Form nicht mehr geben, weil es nicht so funktioniert hat. Rotation wird stattfinden, aber nur dann, wenn einer verletzt oder total am Boden ist. Für die, die hinten dran stehen, ist das nicht angenehm, aber jeder muss damit klar kommen. Es ist egal, wer es ist“, sagte Kovač vor dem 190. bayerisch-fränkischen Derby am Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg in aller Deutlichkeit.

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Der 48-Jährige kündigte vor der brisanten Partie gegen den „Club“ erstmals schon am Tag vorher an, dass er bei seiner ersten Elf im Gegensatz zum 2:1 in Bremen keine Wechsel plant. Hummels und Martínez saßen gegen Werder nur auf der Bank. Hummels sei zuletzt ja auch „krank gewesen. Die Mannschaft hat es gegen Benfica und Bremen sehr gut gemacht, deshalb werde ich da auch nicht wechseln“, betonte Kovač. Auch der angeschlagene Arjen Robben, dessen Einsatz gegen den FCN offen ist, müsste sich demnach gedulden. Kingsley Coman und Thiago sind nach längeren Verletzungspausen noch nicht wieder bei 100 Prozent. James Rodríguez und Corentin Tolisso fehlen weiterhin. Er habe allen Profis zu Saisonbeginn „die nötigen Minuten gegeben“, so Kovač. Nun gebe es eben Situationen, „in denen es nicht so läuft und man als Trainer umdenkt“.

„Wir nehmen das ernst und wollen ganz klar gewinnen“

Im Team kommt dies offenbar an. Kovač habe „Kleinigkeiten“ verändert. „Wenn er diese Einsicht zeigt, ist das kein Zeichen von Schwäche. Nur so kann er ein besserer Trainer werden“, sagte Robert Lewandowski der Bild-Zeitung. Kovač dachte nicht nur in Bezug auf die Rotation um. Er änderte auch die Taktik und vertraut seit dem 5:1 gegen Benfica Lissabon einer Doppelsechs mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka. „Wir mussten etwas verändern, weil wir gerade im Umschaltspiel anfällig waren und ausgekontert wurden“, sagte er. Man werde „das beibehalten. Die Mannschaft fühlt sich damit wohl.“ In dieser Form soll es auch gegen den „Club“ keine böse Überraschung geben – wie gegen die vermeintlich Kleinen Augsburg (1:1), Freiburg (1:1) und Düsseldorf (3:3). „Wir nehmen das ernst und wollen ganz klar gewinnen“, unterstrich der Bayern-Trainer.