Mehmedi sucht seinen Platz in Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg erzielte in den vergangenen sieben Ligapartien gerade mal vier Tore. Um diese fehlende Torgefahr zu beheben, wurde der Kader in der Winterpause aufgerüstet und mit drei Offensivspielern verstärkt. Besonders von Admir Mehmedi erhoffen sich die Wolfsburger Verantwortlichen mehr Treffer.

Stolze acht Millionen Euro ließ sich der VfL die Dienste des Schweizers kosten. Eine ähnliche Summe zahlte auch sein Ex-Verein Bayer Leverkusen 2015 an den SC Freiburg, um Mehmedi ins Rheinland zu locken. Für den 26-Jährigen ist Wolfsburg bereits seine dritte Station in Deutschland. Als der Nationalspieler 2013 von Dynamo Kiew nach Freiburg wechselte, schlug er in seiner ersten Saison direkt ein. Er erzielte zwölf Saisontore und bereitete weitere vier vor. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis ein finanzstärkerer, größerer Verein sich im Breisgau bedienen würde. Und trotz einer schwächeren zweiten Spielzeit in Freiburg verpflichtete Bayer Leverkusen den Stürmer.

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Im Rheinland zeigte Mehmedi schwankende Leistungen. Mal erzielte er traumhafte Fernschuss-Tore und spielte seine Gegenspieler schwindlig, mal tauchte er ganze Spiele unter und strahlte kaum Torgefahr aus. Zum echten Stammspieler wurde er bei Bayer nie, obwohl er stets auf seine Einsatzzeiten kam. Auch in der bisherigen Saison stand er trotz der starken Konkurrenz um Leon Bailey, Kevin Volland & Co. in der Bundesliga zwölfmal für den Tabellenzweiten auf dem Platz. Dabei traf Mehmedi zweimal und legte drei Treffer vor. Mehmedi ist kein Torjäger im klassischen Sinne, sondern eher eine hängende Spitze, die hinter dem Mittelstürmer agiert und ihm zuarbeitet. Für die „Werkself“ erzielte er nie mehr als drei Ligatore pro Saison.

Schweizer droht dasselbe Schicksal wie in Leverkusen

Ein Eins-zu-eins-Ersatz für den abgewanderten Mario Gómez wird Mehmedi also nicht sein. Sofern VfL-Coach Martin Schmidt nicht gewillt ist, sein bevorzugtes System umzustellen, wird Mehmedi auch in Wolfsburg nicht als hängende Spitze agieren. Die Niedersachsen spielen in der Regel mit einem 4-2-3-1-System, das in der Offensive zwei Flügelspieler, einen Spielmacher und davor einen Stürmer vorsieht. Mehmedi könnte zwar auch im zentralen offensiven Mittelfeld spielen, mit Daniel Didavi und Yunus Malli hat Schmidt auf dieser Position allerdings bereits zwei wohl besser geeignete Profis in seinem Kader. Blieben noch die Flügel. Als Rechtsfuß tendiert Mehmedi naturgemäß eher zum Spiel auf der rechten Seite, er ist in der Vergangenheit aber auch links aufgelaufen.

Im DFB-Pokal-Viertelfinale beim FC Schalke 04 (0:1) am Mittwoch begann der Schweizer auf der linken Seite und machte seine Sache durchaus ordentlich. Nach seiner Verpflichtung war Wolfsburgs Sportdirektor Olaf Rebbe froh, einen vielseitig einsetzbaren Offensivakteur gefunden zu haben. Mehmedi erhöhe die Variabilität des Spiels der Autostädter und gebe Trainer Schmidt mehr Möglichkeiten. Genau diese Vielseitigkeit könnte aber auch dazu führen, dass es Mehmedi auf lange Sicht ergeht wie Yannick Gerhardt, der keine Stammposition findet und eingesetzt wird, wo es gerade brennt. Oder mit anderen Worten: Wie es Mehmedi die meiste Zeit über in Leverkusen schon ergangen war.