Mintzlaff dementiert Stallorder-Vorwürfe

Foto: Sascha Schuermann/AFP/Getty Images

RB Leipzig darf sich im Dosenduell bei Red Bull Salzburg keinen erneuten Ausrutscher erlauben und tritt Vorwürfen einer Stallorder energisch entgegen. Auch die Konkurrenten rechnen mit Fairness.

Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff spricht von „Nonsens“, Salzburg-Trainer Marco Rose fühlt sich „beleidigt“: Vor dem zweiten Dosenduell zwischen Red Bull Salzburg und RB Leipzig am Donnerstag in der Europa League (18.55 Uhr) ist die Debatte um eine Stallorder neu entflammt. Eins ist unstrittig: Leipzig darf sich keinen erneuten Ausrutscher erlauben. „Stallorder? Nonsens. Von wem soll die kommen?“, fragte Mintzlaff im Interview mit dem Sportbuzzer. Red Bull-Inhaber Dietrich Mateschitz mische sich „nullkommanull ins operative Geschäft ein, und auch ich habe keinen Einfluss auf Salzburg“, betonte Mintzlaff.

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Rose reagierte noch dünnhäutiger auf Vorwürfe einer Wettbewerbsverzerrung. Solche Verschwörungstheoretiker „beleidigen damit meine Kinderstube, und die von allen Beteiligten in Salzburg und Leipzig“, sagte Salzburgs Erfolgscoach der Sport Bild. Doch nicht allen ist recht, dass beide von Mateschitz alimentierten Klubs in einer Gruppe spielen. „Es ist für die zwei Vereine nicht gut, dass jemand denken könnte: Ah, die gehören zusammen, wie sollen die fair gegeneinander spielen?“, hatte Ex-Bundesliga-Profi Rune Bratseth, Vorstandsmitglied von Rosenborg Trondheim, kritisiert.

Rodgers geht von Fairness aus

Unmittelbar betroffen ist Celtic Glasgow, das punktgleich mit RB Leipzig um das Überwintern im Europapokal kämpft. Dennoch würde Celtic-Teammanager Branden Rodgers niemals die Integrität der Partie infrage stellen. „Beide Teams haben Stolz, das hat man im Hinspiel gesehen“, sagte der Brite. Das Hinspiel hatte Leipzig überraschend 2:3 verloren und läuft seitdem der Musik hinterher. Salzburg (12 Punkte) braucht nur noch einen Zähler, um sicher in die K.o.-Runde einzuziehen. Leipzig und Celtic Glasgow (sechs) streiten um Rang zwei, während Trondheim (null) schon abgeschlagen ist. „Insbesondere bei ihnen wird es eine große und schwere Aufgabe für uns zu punkten“, sagte Kevin Kampl dem Kicker. Der Stratege fehlt allerdings wegen Knöchelproblemen. Da zudem Emil Forsberg (Adduktoren), Marcel Sabitzer und auch noch Diego Demme (beide Wade) ausfallen, könnte RB in der Zentrale wie schon beim 0:1 in Wolfsburg Probleme kriegen.

Immerhin kehrt Innenverteidiger Dayot Upamecano nach Knieproblemen zurück. Salzburg strotzt unterdessen vor Selbstvertrauen. Man wolle „mindestens einen Punkt holen“, sagte Offensivspieler Hannes Wolf, der seinen Klub im Duell der beiden Dosenvereine deutlich auf dem Vormarsch sieht. „Diese Phase, dass jeder von uns nach Leipzig gehen will, ist lange vorbei.“ Derzeit stehen noch sechs ehemalige Salzburger im Kader von RB. Beide Klubs wurden seit 2015 entflochten, Mateschitz ist in Salzburg nur noch Hauptsponsor, RB-Coach und Sportdirektor Ralf Rangnick hat längst alle Ämter in der Mozartstadt niedergelegt.