Moisander und Veljković machen den Laden dicht

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Beim SV Werder Bremen wird viel über die offensive Spielkultur unter Florian Kohfeldt gesprochen. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass auch die Defensive der Norddeutschen in der laufenden Saison sehr stabil steht. Großen Anteil daran tragen die Innenverteidiger Niklas Moisander und Miloš Veljković.

Mit dem 2:0-Sieg beim FC Schalke 04 rückte Werder am vergangenen Samstag auf den zweiten Tabellenplatz, den sie jedoch am Tag darauf wieder an Borussia Mönchengladbach abtreten mussten. Die Grün-Weißen feierten den fünften Ligasieg und untermauerten auch gegen die „Knappen“ ihre europäischen Ansprüche. Des Weiteren blieben die Bremer zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor. Torhüter Jiri Pavlenka musste in acht Saisonspielen erst acht Mal hinter sich greifen, damit stellte Werder vor dem neunten Spieltag gemeinsam mit Hertha BSC und dem 1. FSV Mainz 05 die beste Abwehr der Bundesliga. In der Zentrale etablierten sich Moisander und Veljković zum Stammduo und überzeugen durch die Kombination aus Erfahrung und jugendlicher Spritzigkeit.

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Moisander ist unter Kohfeldt der unumstrittene Abwehrchef: Der 33-Jährige spielte in seiner Karriere bereits in der Eredivisie (188 Partien), in der Serie A (22 Partien) und nun in der Bundesliga (bislang 63 Partien). Für AZ Alkmaar und Ajax Amsterdam absolvierte er außerdem 45 Champions und Europa League-Spiele. Seit Sommer 2016 organisiert der Linksfuß die Hintermannschaft der Norddeutschen. Moisander überzeugt durch Ruhe am Ball und ein präzises Stellungsspiel. Der Finne kam in allen bisherigen neun Pflichtspielen über die vollen 90 Minuten zum Einsatz. Mit einem Schnitt von 3,19 ist er laut Kicker der notenbeste Verteidiger der Bremer. Kohfeldt möchte nicht auf seinen Stabilisator verzichten.

Defensiver Mix aus Erfahrung und Jugend

Beim jüngsten Erfolg auf Schalke rückte der Werder-Coach das Rampenlicht auf den 33-Jährigen und schwärmte von seinem Defensivspezialisten. Kohfeldt wird sich noch einige Zeit am Ex-Nationalspieler erfreuen können: Der Verteidiger hat seinen Vertrag an der Weser erst im Sommer bis 2021 verlängert. Doch nicht nur Moisander haben die Grün-Weißen es zu verdanken, dass das strukturierte Offensivspiel mit einer stabilen Defensive kombiniert wird. Auch der junge Veljković trug seinen Teil zum starken Bremer Saisonstart mit 17 Punkten aus neun Partien bei. Der Serbe ist die perfekte Ergänzung zu Moisander: Wo der Finne mit Ruhe und Erfahrung agiert, bringt der 23-Jährige Aggressivität und Umtriebigkeit ins Spiel.

Der gebürtige Schweizer, im Gegensatz zu Moisander Rechtsfuß, musste lediglich beim 2:0 gegen den VfL Wolfsburg wegen einer Gelb-Rot-Sperre zwangspausieren. Dass er nach dieser Partie ohne Zweifel wieder in die Innenverteidigung zurückkehrte und den Vorzug vor Sebastian Langkamp erhielt, zeigt Veljkovićs Stellenwert unter Kohfeldt. Nicht Moisander, sondern der zehn Jahre jüngere WM-Teilnehmer macht auf dem Platz die Ansagen. „Wenn man sich meinen Weg hier so anschaut, erkennt man, dass ich jedes Jahr einen Schritt nach vorne machen möchte“, sagte Veljković im August gegenüber der DeichStube. Auch der Serbe hatte seinen Vertrag im Sommer verlängert – und das sogar bis 2022.

Innenverteidiger-Duo verleiht Bremen Sicherheit

Werder bietet derzeit viele Anreize für eine Verlängerung, das Defensivduo steht dem allerdings in nichts nach. Die Innenverteidiger sorgen dafür, dass Bremen auch mit einer abwartenden Herangehensweise wie in Gelsenkirchen die Kontrolle über das Spiel behält und aus einer Sicherheit heraus punktuell Angriffe fahren kann. Sie bieten die Grundlage für das hübsch anzusehende Offensivspiel in der Mittelfeld- und Sturmreihe. Kohfeldt hat eine gesunde Balance in seiner Mannschaft gefunden, aus der die Norddeutschen ihre spielerische Dominanz beziehen. Diese Balance spiegelt sich auch in der Abwehrzentrale wider: Erfahrung und Jugend. Titel werden bekanntlich ja ohnehin in der Defensive gewonnen.