Müller: „Nicht das, was wir zeigen wollen“

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Nach der Gruselvorstellung kurz vor Halloween gab es für den FC Bayern München nur Saures. Nach dem blamablen 2:1 (2:0) beim Viertligisten SV Rödinghausen sieht nicht nur Thomas Müller „Aufarbeitungsbedarf“.

„Wir sind weiter. Wie jeder gesehen hat, jeder Spieler muss sich darüber Gedanken machen, das kann nicht unser Anspruch sein“, sagte ein angefressener Nationalspieler nach dem Arroganzanfall des deutschen Rekordmeisters in Osnabrück. Müllers Gesichtsausdruck verriet das aktuelle Dilemma des deutschen Vorzeigeklubs. „Wir wissen selbst, dass das nicht das ist, was wir zeigen wollen“, übte er Selbstkritik nach dem kurzen Zwischenhoch und fügte fast schon ratlos an: „Mund abputzen und weiter gehts.“

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So einfach ist das aber nicht nach dem leblosen Auftritt der Bayern bei den Amateuren, die man nach einem frühen Rückstand durch Sandro Wagner (8.) und Müller (13., FE) fast schon aussichtslos im Hintertreffen wähnte. Nach einem verschossenen Strafstoß von Renato Sanches gab es aber einen Bruch, den sich auch Trainer Niko Kovač nicht erklären konnte. „Wir haben es bis zum zweiten Elfmeter gut gemacht und hätten das dritte, vielleicht sogar vierte Tor schießen müssen. Doch dann geht es in die andere Richtung. Wir haben den Gegner selbst aufgebaut und bringen uns warum auch immer selbst in Schwierigkeiten. Die Chancenverwertung und auch einige andere Dinge müssen wir ansprechen“, sagte der 47-Jährige und kündigte vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr) und dem Champions League-Gruppenspiel vier Tage später gegen AEK Athen viele Gespräche an.

Verdacht auf Kapselverletzung bei Thiago

Dass kurz nach dem Seitenwechsel Linus Meyer (49.) mit dem Anschluss für den Underdog die Bayern noch einmal richtig in Schwierigkeiten gebracht hatte, kritisierte auch Sportdirektor Hasan Salihamidžić: „Das war nach unserem guten Beginn viel zu wenig. Aber das wissen die Spieler selbst, sie sind auch nicht zufrieden und können sich das nicht erklären.“ Dass den Bayern ein halbes Dutzend Stammspieler nicht zur Verfügung stand, führte beim Rekordpokalsieger immerhin niemand als Erklärung für die dürftige und von Fehlern geprägte Vorstellung an.

Die Verletzung des Spaniers Thiago kurz vor Schluss drückte die Stimmung bei den Gästen zusätzlich. „Ein weiterer Verletzter fehlt uns gerade noch“, sagte Kovač kopfschüttelnd angesichts der aktuellen Personalmisere. „Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes. Aber es sieht nicht gut aus, er hat starke Schmerzen. Wir müssen die genaue Untersuchung am Mittwoch abwarten, aber es deutet viel auf eine Kapselverletzung hin.“ Gegen den Viertligisten hatte Kovač neben den Langzeitverletzten Corentin Tolisso und Kingsley Coman auch auf die angeschlagenen Arjen Robben (Rückenverletzung), Jérôme Boateng (Magen-Darm-Virus), James Rodríguez (Erkältung) und Mats Hummels (muskuläre Beschwerden) verzichten müssen. Zudem fehlte Ersatztorwart Sven Ulreich, dessen Frau ein Kind erwartet. „Ich hoffe, dass der ein oder andere in den kommenden Tagen ins Training zurückkehrt“, sagte Kovač.