Nagelsmann: „Erwarte keine Palmwedel oder Freudentänze“

Foto: Daniel Roland/AFP/Getty Images

Julian Nagelsmann besucht am Mittwoch (20.45 Uhr) die neue Heimat. Hoffenheims Trainer tritt im DFB-Pokal mit seinem noch aktuellen Klub bei seinem zukünftigen Verein RB Leipzig an.

Als Messias möchte Nagelsmann nicht in die sächsische Metropole einziehen. „Ich erwarte keine Palmwedel oder Freudentänze“, sagte der TSG-Coach vor dem Zweitrundenduell in Leipzig. „Die Fans sollen mich willkommen heißen, wenn ich im Sommer komme. Am Mittwoch sollen sie Leipzig anfeuern.“ Dass Nagelsmann bei seinem künftigen Arbeitgeber antreten muss, hat für den 31-Jährigen zumindest nach eigener Aussage keine besondere Bedeutung. „Es ist nur deshalb ein besonderes Spiel, weil ich gerne einmal in die dritte Runde einziehen würde“, äußerte der Coach, der im Pokal noch nie über die zweite Runde hinausgekommen ist. „Das Los an sich hat mich nicht geärgert, unser Lospech schon ein bisschen. Ich hätte gerne zu Hause gespielt.“

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Zu Hause bleiben werden allerdings einige Profis. Florian Grillitsch, Benjamin Hübner, Lukas Rupp, Dennis Geiger und Nadiem Amiri sind verletzt. Zudem kündigte Nagelsmann mit Blick auf die kommenden Aufgaben bei Bayer 04 Leverkusen und Olympique Lyon eine Rotation an, die auch Leistungsträger betreffen wird. Sicher ist bereits, dass Ersatztorwart Gregor Kobel für Oliver Baumann zwischen den Pfosten steht. Obwohl eine völlig andere Mannschaft als beim 1:2 gegen RB vor einem Monat in der Liga auflaufen wird, hat Nagelsmann seine Lehren aus der Niederlage gezogen: „Ich habe natürlich eine Idee, wie man Leipzig knacken kann. Die Kontervermeidung ist gegen Leipzig extrem wichtig. Das wird ein Schlüssel sein.“

Der Schlüssel zum Erfolg – für beide Seiten

Der Schlüssel zum zukünftigen Leipziger Erfolg soll Nagelsmann sein. Das ist jedenfalls der Wunsch seines Platzhalters und künftigen Chefs Ralf Rangnick, zu dem Nagelsmann nach eigenen Angaben derzeit keinen Kontakt hat. Dass der Trainer der TSG fehlen wird, macht auch ein Blick auf die wirtschaftliche Bilanz der Kraichgauer deutlich. Der Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp hat in der vergangenen Saison ein Rekordergebnis erzielt. Die TSG, die den dritten Platz in der Liga belegte und erstmals im Europapokal aktiv war, konnte ihre Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent auf 163 Millionen Euro steigern.

Den größten Anteil am Erfolg auf und neben dem Platz hat zweifelsohne Nagelsmann. Schließlich besticht der gebürtige Bayer neben seinem Können als Trainer durch sein authentisches Auftreten, seine differenzierten Betrachtungen und seine Meinungsstärke. Schon jetzt ist klar, dass es sein Nachfolger immens schwer haben wird. Die Personalie will Sportdirektor Alexander Rosen bis zum Winter klären. Angeblich soll der Klub ein Auge auf Marco Rose geworfen haben. Eine Entscheidung zugunsten des früheren Mainzer Profis hätte einen gewissen Charme. Schließlich betreut Rose derzeit den FC Red Bull Salzburg – den Leipziger Schwesterklub.