Nagelsmanns kleines Stoßgebet an den Fußballgott

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Die TSG 1899 Hoffenheim trauerte den vergebenen Chancen gegen Borussia Dortmund (1:1) nach. Jubilar Julian Nagelsmann sparte dennoch mit Kritik an seiner Mannschaft.

„Ich will die Jungs nicht zu sehr kritisieren, sondern loben“, sagte der 31-Jährige. „Wir schicken mal ein kleines Stoßgebet an den Fußballgott, dass er auch mal in Sinsheim abbiegt.“ Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche hatten die Kraichgauer den Sieg vor Augen. Wie beim 2:2 in der Champions League bei Schachtar Donezk kassierte Hoffenheim aber auch am Samstag in der Schlussphase noch den Ausgleich. „Wir haben mit Herz und Leidenschaft gespielt“, sagte Kapitän Kevin Vogt. Aber eben jener Fußballgott „war nicht auf unserer Seite“.

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Der 22-jährige Brasilianer Joelinton (44.) brachte die Gastgeber in Nagelsmanns 100. Pflichtspiel in Führung. Doch Christian Pulisic (84.) verhinderte noch den siebten Hoffenheimer Heimsieg in Folge. Fast unmittelbar vor dem Abpfiff vergab der eingewechselte Ishak Belfodil freistehend die Riesenchance zum Sieg. „Was habe ich da gedacht? Auf jeden Fall nichts Schönes“, sagte Nagelsmann, mit 86 Bundesliga-Spielen seit Samstag alleiniger TSG-Rekordhalter: „Das Tor müssen wir einfach machen.“ Dass der TSG zuvor der vermeintliche Treffer zum 2:0 nach Einsatz des Videobeweises (Abseits) zu Recht wieder aberkannt wurde (50.), sei „psychologisch extrem schwer zu verarbeiten“ gewesen.

BVB-Anhänger fallen negativ auf

„Wir müssen das Spiel gewinnen“, sagte der sichtlich angefressene TSG-Mehrheitseigner Dietmar Hopp auf dem Weg in die Kabine, der erneut vor dem Anpfiff von den BVB-Fans angefeindet worden war. Im Gästeblock enthüllten die Dortmunder Anhänger ein riesiges Banner mit einem Bild des 78-Jährigen in einem roten Fadenkreuz. Bereits in der Vergangenheit waren BVB-Fans negativ mit Schmähgesängen in Richtung Hopp aufgefallen, der daraufhin gegen über 30 Dortmunder Anhänger Strafanzeige erstattet hatte. „Nix“, sagte Hopp am Samstagabend zu dem neuerlichen Eklat. Nagelsmann äußerte, dass solche Aktionen „nicht ins Stadion gehören“. Mutmaßlich zerstörten BVB-Anhänger zudem einige Toiletten in der mit 30.150 Zuschauern ausverkauften Arena.