Naldo wird allmählich zur Teilzeitkraft

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Die laufende Bundesliga-Saison ist für Innenverteidiger Naldo bislang alles andere als nach seinem Geschmack verlaufen. Der 36-jährige hat seinen Stammplatz beim FC Schalke 04 zuletzt verloren.

Naldo wird den 25. November 2017 wohl sein ganzes Leben lang in Erinnerung behalten. Sein Kopfball zum 4:4-Ausgleich für Schalke im Revierderby bei Borussia Dortmund nach einem 0:4-Rückstand in der vierten Minute der Nachspielzeit ließ nicht nur den S04-Fanblock förmlich kopfstehen. „Einen solchen Tag vergisst man nie“, sagte der Abwehrhüne damals. Naldo machte die größte Aufholjagd in der Bundesliga-Geschichte seit 41 Jahren perfekt. Dem kommenden Samstag (15.30 Uhr) und dem 176. brisanten Nachbarschaftsduell gegen den BVB blickt der Deutsch-Brasilianer indes mit gemischten Gefühlen entgegen.

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Naldo hat seinen Stammplatz bei Königsblau verloren. Zuletzt beim 1:1 bei der TSG 1899 Hoffenheim saß der Innenverteidiger 90 Minuten auf der Bank, nachdem er in der Champions League beim FC Porto (1:3) noch in der Anfangsformation der Schalker gestanden hatte. Wie wird Naldos Rolle gegen den Tabellenführer aus Dortmund sein? „Wir haben vier Spieler für drei Positionen. Naldos Zeit wird kommen“, sagte S04-Trainer Domenico Tedesco unlängst den Ruhr Nachrichten. Klar ist, dass Naldo mit seiner professionellen Einstellung überzeugt. „Wir haben viele Gespräche geführt. Naldo ist auf und neben dem Platz eine herausragende Persönlichkeit“, meinte der Coach.

Schalkes „Vaterfigur“ in neuer Rolle

Das zeigte sich beim letzten Heimspiel und dem 5:2-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg, als Naldo in der Halbzeitpause beim Stand von 2:1 das Wort ergriff und laut Bastian Oczipka „ein paar Takte“ sagte. Der Routinier genießt auch in seiner jetzigen Rolle als Ergänzungsspieler hohen Respekt in der Schalker Truppe, Naldos Standpauke gegen den „Club“ zeigte Wirkung. „Er hat motivierende Worte an uns gerichtet und gesagt, dass wir mehr Mut haben müssen“, berichtete Oczipka im Reviersport. „Er hat uns deshalb aufgefordert, mehr Mut zu haben, mehr nach vorne zu verteidigen und aggressiver zu sein.“

Tedesco ist froh, dass er die „Vater- und Integrationsfigur“ Naldo an seiner Seite weiß: „Das ist einfach Naldo. Er wichtig für uns – ob er spielt oder nicht.“ Im Oktober hatte der Ex-Bremer seinen Vertrag auf Schalke vorzeitig bis 2020 verlängert. Für Christian Heidel überhaupt kein Risiko. „Als Mensch, als Typ und als Charakter ist er hier einfach nicht mehr wegzudenken. Er spielt außerhalb und auch auf dem Spielfeld eine immens wichtige Rolle“, sagte der Sportvorstand. Tedesco schätzt am Deutsch-Brasilianer vor allem dessen Erfahrung und Stellungsspiel: „Er hat den Fuß immer am richtigen Ort, ist clever in der Balleroberung und kopfballstark.“ Man darf gespannt sein, ob BVB-Schreck Naldo auch am Samstag seine Qualitäten zeigen darf.