Neuer-Comeback nach acht Monaten

Manuel Neuer wird beim DFB-Pokal-Finale in Berlin am Samstag (20 Uhr) erstmals seit acht Monaten dem Kader des FC Bayern München angehören. Im Tor gegen Eintracht Frankfurt steht aber definitiv Vertreter Sven Ulreich.

„Er ist ein Naturtalent und wird sich unheimlich schnell wieder einfügen“, sagte Trainer Jupp Heynckes erst vor wenigen Tagen. Neuer, der am Freitagvormittag in Trainingsklamotten mit in die Hauptstadt reiste, sei „topfit“ und lässt mit seiner Rückkehr auch Bundestrainer Joachim Löw aufatmen. „Wer auf der Bank sitzt, ist fit und belastbar“, sagte Löws Assistent Andreas Köpke den Nürnberger Nachrichten. Der Torwarttrainer deutete sogar an, dass Neuer auch als Ersatzmann zur WM nach Russland mitfahren könnte. „Manuel ist als Kapitän und als wichtiger, erfahrener Spieler einer, der der Mannschaft auch auf der Bank helfen würde“, sagte er, deshalb müsse man „bis zum Schluss alles versuchen“.

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Löw hatte Neuer bei der Nominierung seines vorläufigen Kaders ein Ultimatum gestellt: keine Spielpraxis, keine WM. Der 32-Jährige könnte im Testspiel am 2. Juni in Klagenfurt gegen Österreich im Tor stehen, zwei Tage später muss Löw sein endgültiges WM-Aufgebot melden. Vor der WM 2014, als er an der Schulter verletzt war, habe Neuer bewiesen, dass er „nicht so viel Spielpraxis braucht, um wieder reinzufinden“, sagte Köpke. Und auch mit Stellvertreter Marc-André ter Stegen habe die Mannschaft „einen Supertorwart, der eine fantastische Saison gespielt“ habe.

Ulreich als Schlüsselspieler

Das gilt auch für Ulreich, dessen Einsatz für Heynckes nie infrage stand. Der 29-Jährige bestritt auf dem Weg nach Berlin alle fünf Spiele. In der 2. Runde in Leipzig (5:4 i.E.) wurde er für Heynckes zum „Pokalhelden“, als er den letzten Elfmeter von Timo Werner parierte. „Das war der Knackpunkt“, sagte der scheidende Bayern-Coach über den Saison-Wendepunkt, „da hat die Mannschaft den Glauben zurückbekommen“. Ohne Ulreich, den er bei seiner Amtsübernahme im Oktober „völlig verunsichert“ vorgefunden habe, „stünden wir bestimmt nicht im Pokal-Endspiel“, ergänzte Heynckes, und auch die Meisterschaft wäre dann nicht so souverän gewonnen worden. Ulreichs schweren Fehler beim Halbfinal-Aus in der Champions League bei Real Madrid ließ er unerwähnt.

(cbe/sid)