Neuer: DFB-Elf „stand immer für gesunde Integration“

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

DFB-Kapitän Manuel Neuer hat im Lichte der jüngsten Rassismusdebatte und der Ereignisse in Chemnitz eine Lanze für den Fußball als Integrationskraft gebrochen. Teamkollege Thomas Müller wies erneut Berichte zurück, wonach es in der Nationalmannschaft eine kulturelle Spaltung gebe.

„Die Nationalmannschaft stand immer dafür, eine gesunde Integration zu leben“, sagte Neuer am Dienstag in München. Die DFB-Elf sei in ihrer Spielkultur „abhängig“ von Spielern mit Migrationshintergrund. Man habe den deutschen Fußball „zusammen entwickelt“. Er sei „sehr dankbar“, wie die Nationalmannschaft dies hinbekommen habe, ergänzte der 32-Jährige. Neuer begrüßte daher auch die Aktion „Wir sind mehr“ und das Konzert gegen Neonazis und andere rechte Kräfte am Montagabend in Chemnitz. „Ich finde das eine gute Sache“, sagte er. Auch, dass sich der Chemnitzer FC klar gegen Rassismus positioniert, sei positiv, sagte Neuer. Müller wies erneut Berichte zurück, wonach es eine kulturelle Spaltung innerhalb der DFB-Auswahl gebe. „Ich kann absolut verneinen, dass es Risse im Team gibt“, sagte er.

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Die neu geschaffene Nations League sieht Müller positiv. „Ich finde das Format ganz gut“, sagte er vor dem Start der Nationenliga am Donnerstag (20.45 Uhr) gegen Weltmeister Frankreich in München. „Natürlich gibt es ein paar kritische Stimmen: nächster Schritt in Richtung Kommerzialisierung, wieder ein Wettbewerb diktiert von der UEFA. Aber als Sportler finde ich es besser, die Testspiele in Wettkampfform zu packen“, ergänzte Müller. Neben Frankreich sind die Niederlande Gegner der DFB-Auswahl in Staffel 1 der Liga A. Der Gruppensieger qualifiziert sich für das Finalturnier im Juni 2019, der Letzte steigt in Liga B ab. Dies könne aus Müllers Sicht als Ansporn dienen, birgt es doch „ein bisschen mehr Leistungsdruck“.

Wieder demütiger und volksnah geben soll

Müller berichtete am Dienstag auch von einer Ansprache der sportlichen Leitung um Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff beim Treffen der DFB-Auswahl am Montag, in der neben sportlichen Dingen betont worden sei, dass sich die Mannschaft wieder demütiger und volksnah geben soll. „Es ging sowohl um taktische Details, als auch um das Auftreten und das Erscheinungsbild der Mannschaft“, sagte Müller. „Es wurde intern angesprochen, dass wir noch offener auf die Leute und Fans zugehen wollen. Das werden wir auch umsetzen.“ Bierhoff hatte zu diesem Zweck eine öffentliche Trainingseinheit für den Oktober in Berlin angekündigt. Bei der Ankunft in München am Montag schrieben die meisten Spieler geduldig Autogramme oder standen für Selfies zur Verfügung. Die Versöhnung mit dem Anhang soll aber vor allem über Leistung auf dem Platz erfolgen. „Es geht darum, dass nach außen für den Fan klar wird, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht, die sich zerreißt“, sagte Müller. Neuer ergänzte: „Wir wollen den Zuschauern etwas zurückgeben und werden alles daransetzen, dass wir die Fans zufriedenstellen.“