Neuzugang Möhwald im Schatten der Konkurrenz

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Kevin Möhwald wechselte im Sommer als möglicher Nachfolger für Kapitän Zlatko Junuzović aus Nürnberg an die Weser. Im ersten Saisondrittel spielte der Mittelfeldakteur allerdings nahezu überhaupt keine Rolle beim SV Werder Bremen. Durch die Verletzung von Philipp Bargfrede könnte sich das nun aber ändern.

Mit sieben Treffern in 31 Spielen hatte Möhwald in der vergangenen Saison erheblichen Anteil am Aufstieg des 1. FC Nürnberg in die Bundesliga. Der 25-Jährige entschied sich allerdings gegen einen Verbleib beim „Club“ und wollte stattdessen den nächsten Schritt in seiner Karriere machen: Der gebürtige Erfurter unterschrieb in Bremen und ersetzte somit den Abstiegskampf durch den Traum von Europa. Für den bisherigen Saisonverlauf seines neuen Vereins waren Möhwalds Leistungen allerdings irrelevant: Nur 55 Minuten stand er bislang auf dem Platz, dabei war er an keinem Bremer Treffer direkt beteiligt. Die positiven Schlagzeilen des furiosen Auftakts schrieben andere, auch das neuerliche Formtief ging an Möhwald vorbei.

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Die Konkurrenz im Mittelfeld ist derzeit einfach zu groß: Nach der Verpflichtung Möhwalds lockten die Norddeutschen mit Davy Klaassen und Nuri Şahin noch zwei größere Kaliber an den Osterdeich. Außerdem blühte Eigengewächs Maximilian Eggestein in der laufenden Spielzeit vollends auf und entwickelte sich vom Talent zum Anwärter auf eine Nominierung für die deutsche A-Nationalmannschaft. Für Möhwald blieb dagegen nur der Platz auf der Bank, insofern er es denn in den Spieltagskader schaffte. Bereits sechsmal berücksichtigte ihn Florian Kohfeldt überhaupt nicht. Der Cheftrainer machte Möhwald zuletzt zwar Hoffnungen, betonte aber, dass ein Durchbruch „auch mal fünf oder sechs Monate dauern“ kann.

Bargfrede-Ausfall könnte späte Starthilfe leisten

Mit dem Ausfall von Abräumer Bargfrede könnte sich die Situation für Möhwald in den kommenden Wochen aber verbessern. Den gesetzten Bremer Sechser plagen anhaltende Achillessehnenprobleme, die nun konservativ behandelt werden. Bargfrede wird damit wohl erst im Winter-Trainingslager zur Mannschaft zurückkehren, was Şahin zum neuen Stammspieler vor der Abwehr machen dürfte. In einer Art Kettenreaktion wird Möhwald somit voraussichtlich zur ersten Alternative für das Bremer Mittelfeld. Verletzt sich eine weitere Stammkraft, brauchen Klaassen oder Eggestein mal eine Pause, wäre der Rechtsfuß noch vor dem zurückkehrenden Ole Käuper (nach Außenbandriss im Sprunggelenk) der Nächste in Werders Hierarchie.

Nun ist Kohfeldt nicht eben als Fan der Rotation bekannt – dafür aber als großer Befürworter Klaassens und Eggesteins. Sollten die beiden Spielgestalter also konditionell auf der Höhe und unverletzt bleiben, könnte sich die Misere für Möhwald über die angekündigten „fünf oder sechs Monate“ ziehen. Seine einzige Option ist wohl, Kohfeldts Rat zu befolgen und „trotz der Enttäuschung weiterzumachen“. Den ersten Lohn seiner kontinuierlichen Trainingsarbeit erntete der Ex-Nürnberger am vergangenen Samstag: Bei der 1:2-Niederlage gegen den FC Bayern München wurde Möhwald in der 66. Minute eingewechselt. 24 Minuten durfte er also noch auf dem Platz verbringen, zuvor waren es an zwölf Spieltagen insgesamt gerade einmal 31 gewesen.