Nürnberg: Ausgeglichenheit sicherte den Aufstieg

Zwei neue Mannschaften werden in der kommenden Bundesliga-Spielzeit versuchen, sich ebenso erfolgreich zu schlagen wie der VfB Stuttgart und Hannover 96 in der abgeschlossenen Saison. Der 1. FC Nürnberg machte den Aufstieg als Vizemeister der zweiten Liga klar und möchte sich wieder im deutschen Fußball-Oberhaus etablieren.

Mit 60 geholten Punkten sicherte sich der „Club“ den zweiten Tabellenplatz hinter Meister Fortuna Düsseldorf. Damit kehren die Franken nach dem letzten Abstieg 2014 wieder in Deutschlands höchste Spielklasse zurück. Der Architekt des Erfolgs heißt Michael Köllner. Der Übungsleiter hatte Nürnberg bereits in der Rückrunde der Saison 2016/17 übernommen und auf den zwölften Rang geführt. Viele Experten hielten Köllner zu Beginn seiner Amtszeit nicht für die Idealbesetzung. In seinen ersten elf Pflichtspielen erzielte der 48-Jährige einen Punkteschnitt von nur 1,18 Zählern. Der FCN hielt am Fußballlehrer fest und das zahlte sich aus: In der vergangenen Spielzeit holte seine Mannschaft durchschnittlich 1,78 Zähler pro Spiel.

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Das Erfolgsrezept des Teams lag in der Ausgeglichenheit des Kaders. Die Nürnberger stellten sowohl die zweitbeste Defensive der Liga (39 Gegentore) als auch die zweitbeste Offensive (61 Tore). Die Torgaranten der abgelaufenen Saison waren Kapitän Hanno Behrens, der als Mittelfeldspieler ganze 14 Treffer erzielte, und Stürmer Mikael Ishak, der mit zwölf Treffern und acht Vorlagen an fast einem Drittel aller Tore direkt beteiligt war. Die beiden nächstbesten Schützen Kevin Möhwald und Cedric Teuchert werden in der kommenden Saison nicht für die Rot-Weißen spielen. Möhwald wechselt zum SV Werder Bremen und Teuchert verließ Nünrberg bereits im Winter in Richtung Gelsenkirchen.

„Club“ will den Kern der Mannschaft zusammenhalten

Diesem Beispiel könnten weitere Profis folgen. Mittelfeldspieler Eduard Löwen etablierte sich in der abgelaufenen Saison in Nürnbergs erster Mannschaft. Der 21-Jährige absolvierte 32 Ligapartien, dabei gelangen ihm fünf Treffer und vier Vorlagen. Im November des vergangenen Jahres debütierte Löwen zudem in Deutschlands U21-Nationalmannschaft, im März folgte sein erster Treffer für die DFB-Nachwuchsauswahl. Auch die beiden gesetzten Außenverteidiger Tim Leibold und Enrico Valentini konnten auf sich aufmerksam machen. Letztgenannter bereitete zwölf Treffer vor. Bislang kann der „Club“ seine Leistungsträger noch gut beieinander halten. Die scheidenden Leihspieler Marvin Stefaniak (VfL Wolfsburg), Tobias Werner (VfB Stuttgart), Ulisses Garcia (SV Werder Bremen) und Lucas Hufnagel (SC Freiburg) waren eher Ergänzungsspieler.

Die einzigen bislang bestätigten Neuzugänge sind Torhüter Christian Mathenia und Nachwuchsstürmer Törles Knöll vom Hamburger SV sowie Rechtsverteidiger Kevin Goden aus der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln. FCN-Sportvorstand Andreas Bornemann hat derweil keine Eile auf dem Transfermarkt. „Wir wollen im Kern mit unserer Aufstiegsmannschaft, bei der uns von den ersten 13, 14 Spielern ja nur Möhwald verlassen hat, in die Saison gehen und punktuell das Team verbessern. Dafür kann es vielleicht notwendig sein, einen langen Atem zu beweisen“, sagte der Funktionär im Interview mit der Bild. Die Nürnberger werden in jedem Fall eine schlagkräftige Truppe in die kommende Bundesliga-Saison schicken.