Nur das Geisterspiel trübt die Frankfurter Vorfreude

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Die Stimmung war Eintracht Frankfurt vor dem Europa League-Auftakt schon vor dem Anpfiff verdorben. Trotz des Zuschauerausschlusses allerdings wollen die Hessen am Donnerstag (18.55 Uhr) möglichst mindestens einen Punkt gegen Olympique Marseille entführen.

Sportliche Schlagzeilen hatten es in den vergangenen Tagen kaum aus Marseille nach Deutschland geschafft. Stattdessen waren die Olympique-Fans das beherrschende Thema: Nach diversen Ausschreitungen in der Vorsaison sind am Donnerstag keine Anhänger im Stade Vélodrome erlaubt. Mehr noch: In der ganzen Stadt ist der Aufenthalt für Frankfurt-Fans untersagt. Wie sich diese Stimmung – oder besser: Nicht-Stimmung – auf das sportliche Abschneiden auswirken wird, bleibt abzuwarten. In der französischen Liga zumindest erwischte Marseille einen zufriedenstellenden Start. Zehn Punkte sammelte der Vorjahresvierte aus den ersten fünf Partien und setzte sich damit erst mal auf Rang zwei. Zuletzt holte Olympique Siege gegen Guingamp (4:0) und Monaco (3:2). Vor allem offensiv wissen die Franzosen zu überzeugen: Der von Dimitri Payet angetriebene Angriff schoss in der aktuellen Ligue 1-Saison bereits 14 Tore und ist damit die zweitgefährlichste Sturmreihe hinter Paris (17 Tore).

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Das sportliche Abschneiden war angesichts des Zuschauerbanns auch bei der Eintracht zuletzt etwas in den Hintergrund getreten. „Unsere Fans wären in Scharen gekommen. Es ist sehr bedauerlich, dass wir auf ihre Unterstützung verzichten müssen“, ärgerte sich Coach Adi Hütter über die Entscheidung der UEFA. Die Frankfurter schließlich können dieser Tage jedwede Unterstützung gut gebrauchen. Unter Hütter nämlich läuft es noch durchwachsen: Lediglich einen Sieg holte der Nachfolger von Niko Kovač bislang, ein 2:0 in Freiburg. Die weiteren vier bisherigen Pflichtspiele wurden verloren, unter anderem gab es das bittere Pokal-Aus in Ulm (1:2). Nun soll die Europa League dem Team neuen Schwung verleihen. Kevin Trapp jedenfalls brennt auf den Auftritt auf der europäischen Bühne: „Eine geile Erfahrung“ werde die Europa League-Teilnahme für die Mannschaft, glaubt der Keeper. Gegen Marseille peilt er das erste Ausrufezeichen an: „Wir sind gut vorbereitet und können uns beweisen. Wir sind gekommen, um zu gewinnen.“ Fehlen wird dabei allerdings nach wie vor Ante Rebić, der unter hartnäckigen Adduktorenproblemen leidet.

Olympique Marseille: Pelé – Sakai, Rami, Luiz Gustavo, Amavi – Sanson, Strootman – Thauvin, Payet, Ocampos – Mitroglou

Eintracht Frankfurt: Trapp – Da Costa, N’Dicka, Abraham, Tawatha – De Guzmán, Fernandes – Müller, Gaćinović, Kostić – Haller

Im Vorjahr war Marseille bis ins Finale marschiert, wo es allerdings eine 0:3-Niederlage gegen Atlético Madrid setzte. Auf dem Weg dorthin hatten die Franzosen unter anderem RB Leipzig und Red Bull Salzburg ausgeschaltet. Die Aufgabe für die Eintracht wird also keine leichte am Donnerstag, ein Punkt wäre für die Frankfurter auswärts bereits ein Gewinn. Die wegweisenden Spiele in der Gruppe aber stehen ohnehin erst noch an – und die Zielsetzung ist forsch formuliert: „Das Ziel ist, dass wir in der Europa League weiterkommen“, stellte Hütter klar.