Offensivtrio lässt Frankfurt träumen

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Das „Trio Infernal“ mit Sébastien Haller, Ante Rebić und Luka Jović lässt Pokalsieger Eintracht Frankfurt von einer großen Saison träumen. Die Leistungen wecken allerdings auch das Interesse anderer Klubs.

Der Frankfurter Stadtwald war in den vergangenen Tagen nicht unbedingt der richtige Ort, um etwas vom Hype um die Eintracht aufzusaugen. Das Stadion lag verlassen, die kahlen Bäume sorgten für herbstliche Tristesse, die verbliebenen Profis hatten meistens frei. Und dennoch herrschte auch in der Länderspielpause rege Betriebsamkeit rund um den DFB-Pokalsieger. Die zahlreichen Geschichten über das „magische Dreieck“ verzauberten alle, die sich für die Überraschungs-Mannschaft der Bundesliga interessierten.

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Kein Tag verging, ohne dass ausführlich über den Serben Jović, den Franzosen Haller und den Kroaten Rebić berichtet wurde. Sogar auf der Homepage der Deutschen Fußball Liga war das „Zahlenfeuerwerk zum Frankfurter Offensivtrio“ die Top-Story. Mehr Schlagzeilen als die Fakten machten allerdings die Spekulationen. Europäische Topklubs aus allen Ecken des Kontinents hätten die drei Profis ins Visier genommen, war zu lesen.

Bobic befeuert Gerüchte

Und die Chefetage befeuerte die Berichte sogar. „Unsere Tribüne ist seit Wochen voll mit Scouts der absoluten Top-Klubs. Sie schicken ihre besten Leute“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic, beim VfB Stuttgart einst selbst Teil eines „magischen Dreiecks“, der Bild-Zeitung. Beim Training am Mittwoch mussten die Spitzel allerdings genau hinsehen – aufgrund der niedrigen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt hatten sich die Stars mit Schals und Mützen ziemlich dick eingepackt.

Alles andere als bedeckt hielt sich Haller während der Länderspielpause. Ein Interview des Stürmers folgte dem nächsten. Was allerdings nicht weiter verwunderte. Schließlich war Haller greifbar, während Jović und Rebić mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren. So verbreitete Haller, dass Jović ein Mann für den FC Bayern München wäre, dass die Eintracht besser als im vergangenen Jahr sei und dass der neue Trainer Adi Hütter das Team entscheidend vorangebracht hätte.

Bisher kein Sieg gegen Augsburg

Tatsächlich hat der 48 Jahre alte Österreicher eine imposante Zwischenbilanz vorzuweisen. Hütter hat die Eintracht nach elf Spieltagen auf den vierten Platz geführt. In der Europa League gewannen die Hessen alle bisherigen vier Partien und qualifizierten sich so vorzeitig für die Zwischenrunde. Acht der zurückliegenden neun Pflichtspiele haben die Frankfurter gewonnen. Die Pleite im Supercup gegen die Bayern (0:5), das Aus in der 1. Runde des DFB-Pokals und die Angst vor einem möglichen Abstieg sind längst vergessen.

Angst ist allerdings das Stichwort für den Gegner am Samstag (15.30 Uhr), denn die Eintracht hat noch nie beim FC Augsburg gewonnen. Drei Pleiten und drei Unentschieden gab es bisher in der Fuggerstadt. Doch wer den Führenden in der Torschützenliste (Jović), den Topscorer der Liga (Haller) und einen stark auftrumpfenden Vize-Weltmeister (Rebić) in seinen Reihen hat, muss die Reise zu den bayerischen Schwaben wahrlich nicht fürchten.

Traum von der Champions League lebt

Für Bobic ist ohnehin klar, dass das „Trio Infernal“ der Konkurrenz zukünftig noch mehr zusetzen wird. „Sie haben noch Potenzial in sich“, sagte der 47-Jährige über die drei Offensivkräfte, die an 92 Prozent aller Frankfurter Tore (24 von 26) beteiligt waren. Und so überrascht es nicht, dass neben den Fans mittlerweile auch Klub-Ikonen wie Uwe Bein von der erstmaligen Qualifikation für die europäische Königsklasse träumen. „Hoffenheim spielt auch Champions League“, sagte der Weltmeister von 1990 im hr und ergänzte: „Warum sollten wir dort nicht spielen?“