Papadopoulos kritisiert Kaderzusammenstellung

Mit dem 0:6 beim FC Bayern München am Samstag hat der freie Fall des Hamburger SV einen neuen, wohl aber nur vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Die Nerven in Hamburg liegen mittlerweile sowohl bei den Spielern und dem Trainer als auch bei den Anhängern blank.

Unbekannte reagierten auf die 0:6-Pleite in München, indem sie Grabkreuze und ein Drohplakat mit der Aufschrift „Eure Zeit ist abgelaufen! Wir kriegen euch alle“ vor dem Volksparkstadion hinterließen. Die Polizei hat die Ermittlungen bereits aufgenommen. Auch der sonst so zuversichtliche Trainer Bernd Hollerbach scheint die Hoffnung allmählich aufzugeben. Eine Trennung noch vor dem Ende der Saison erscheint nicht unwahrscheinlich. Nach der Partie forderte Hollerbach ein klärendes Gespräch über seine Zukunft mit Interims-Vorstandschef Frank Wettstein. „Ich denke schon, dass die Herren auf mich zukommen werden“, meinte der 48-Jährige laut dem Hamburger Abendblatt.

- Anzeige -

Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos richtete seinen Ärger auf die für die Zusammenstellung des aktuellen Kaders verantwortlichen Personen. „In den zurückliegenden beiden Transferperioden sind einige Fehler gemacht worden“, beschwerte sich der Grieche und kritisierte damit die unter der Woche entlassenen Heribert Bruchhagen und Jens Todt. „Die Mannschaft hat keine Hilfe bekommen. Im Winter hat sich die Konkurrenz mit Spielern verstärkt, die inzwischen viele Tore geschossen haben – siehe Köln mit Simon Terodde und Stuttgart mit Mario Gómez. Nur wir haben keine Spieler bekommen, obwohl wir Schwierigkeiten haben.“ Terodde und Gómez erzielten zusammen bereits neun Treffer in der Rückrunde, die gesamte Mannschaft des HSV steht bei drei Toren.

Schipplock wettert gegen die eigenen Mitspieler

Doch nicht nur die ehemaligen Verantwortlichen bekamen ihr Fett weg. Stürmer Sven Schipplock ärgerte sich gegenüber dem NDR auch über den fehlenden Einsatz seiner Teamkameraden. „Viel schlimmer als gegnerische Fan-Gesänge ist die Einstellung bei einigen von uns. Keine Ahnung, wie so etwas möglich ist. Die sollte man mal fragen“, wetterte Schipplock. Er habe „keine Ahnung, was in manchen Köpfen vorgeht“. Zu allem Überfluss hat sich Mittelfeldspieler Lewis Holtby im Training am Sonntag am Schienbein verletzt. Der 27-Jährige wird den Norddeutschen vorerst nicht zur Verfügung stehen, eine genaue Diagnose über die Schwere der Verletzung soll am Montag erfolgen.