Pavlenka gegen Nürnberg einsatzbereit

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Der SV Werder Bremen empfängt am Sonntag (15.30 Uhr) den 1. FC Nürnberg zum dritten Bundesliga-Spieltag. Dabei hat Trainer Florian Kohfeldt wieder einmal harte personelle Entscheidungen zu treffen.

„Mir fällt es immer schwer, einem Spieler zu sagen, dass er nicht in der Startelf oder im Kader ist. Aber es geht immer ums Sportliche und die beste Mischung – auch im Hinblick auf den Gegner“, sagte der Bremer Übungsleiter auf der Pressekonferenz am Freitag. Ein Fall, der die Öffentlichkeit besonders interessiert, ist Neuzugang Nuri Şahin. „Vom Potenzial her ist Nuri definitiv ein Kandidat für die Startelf. Da fallen mir aber auch noch 18 andere ein“, meinte Kohfeldt. Der 35-Jährige hob das Stellungsspiel und die Passqualität des Ex-BVB-Profis hervor. „Es ist immer gut, Konkurrenzkampf auf allen Positionen zu haben. Vorne ist das der Extremfall und jetzt haben wir es auch im Mittelfeld“, sagte Maximilian Eggestein.

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Während die Offensive viele mögliche Optionen bietet, stellt sich die Bremer Verteidigung beinahe von selbst auf. Innenverteidiger Sebastian Langkamp wird nicht mit an Bord sein, den 30-Jährigen plagen seit Mittwoch Oberschenkelprobleme. Dafür ist Stammkeeper Jiri Pavlenka nach seiner in Frankfurt (2:1) erlittenen Gehirnerschütterung wieder einsatzbereit. Der Tscheche könnte wichtig für Werder werden, Kohfeldt hat großen Respekt vor dem Gegner. „Nürnberg ist sehr mutig. Die Außenverteidiger sind im Offensivspiel immer integriert. Sie versuchen hoch anzulaufen und zu pressen, das ist eine tolle Herangehensweise. Bei uns kommt es dann auf die Ballsicherheit an“, meinte der Coach.

Kohfeldt: „Immer wieder neu fokussieren“

Vor dem Saisonstart riefen die Bremer Verantwortlichen Europa als Ziel aus – eine Marschroute, die bei den Spielern gut ankommt. „Ich finde es gut, dass wir unsere Ansprüche gesteigert haben. Ich spüre diese positive Euphorie in der Stadt. Das wollen wir mit auf den Platz nehmen, um den Fans auch etwas zurückzugeben“, sagte Eggestein. So schön die Euphorie auch sei, Kohfeldt möchte den Fokus weiter auf das Wesentliche lenken: „Man legt sich nichts von der guten Stimmung zurück, kann nichts konservieren. Man muss sich immer wieder neu fokussieren und motivieren.“ Der gebürtige Siegener sehe noch „viel Verbesserungspotenzial“. „Der erste Schritt zum Misserfolg ist, zu schnell zu sagen ‚wir sind zufrieden'“, meinte Kohfeldt.

Dass der Übungsleiter gegen den „Club“ den Vereinsrekord der Trainerlegende Otto Rehhagel einstellen kann, der bei seinen ersten 14 Heimspielen an der Weser ohne Niederlage blieb, lässt den Coach eher kalt. „Persönlich bedeutet mir das nichts, aber es würde mich schon freuen, weil es die Konstanz der Mannschaft belegt“, sagte der 35-Jährige. Kohfeldt hat den angestrebten Fortschritt vor Augen und möchte andere Themenfelder ausblenden: „Wir wollen besser und schöner spielen, aber vor allem erfolgreich.“