Peru als zweiter Schritt nach Stunde Null

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Nach dem gelungenen Auftakt in den Neustart gegen Weltmeister Frankreich (0:0) fordert die DFB-Auswahl am Sonntagabend (20.45 Uhr) Peru. Es wird für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw vorrangig darum gehen, den guten Eindruck aus dem Spiel gegen „Les Bleus“ zu bestätigen.

Die Relevanz der Partie besteht auch darin, dass die Südamerikaner etwa in derselben Gewichtsklasse wie die WM-Gruppengegner Mexiko (0:1) und Südkorea (0:2) agieren. Es gilt zu beweisen, dass die Mannschaft auch gegen defensive Kontrahenten bestehen und sich Torchancen erspielen kann. Verzichten muss Löw dabei auf Mats Hummels (Achillessehnenprobleme) und Leroy Sané, der am Freitag wegen der Geburt seiner Tochter abgereist war. Eine Startelfgarantie erteilte der Bundestrainer dagegen Marc-André ter Stegen, Julian Brandt und Neuling Nico Schulz. Bei Kai Havertz und Thilo Kehrer ist davon auszugehen, dass sie ihr Debüt nach Einwechslungen feiern werden. Nach seiner starken Vorstellung gegen Frankreich wird sich Joshua Kimmich wohl auch am Sonntag vor der Abwehr bewähren dürfen. „Joshua wird die Lösung für die nahe Zukunft sein auf der Sechs“, sagte Löw. Auf rechts hinten wird dafür erneut Matthias Ginter erwartet, der sich noch mal mit dem 0:0 gegen die „Équipe Tricolore“ beschäftigte: „Es war kein normales Spiel, sondern das erste nach der WM und daher besonders wichtig.“ Selbiges gilt aber auch die zweite Partie nach Stunde Null.

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Wie die deutsche Mannschaft mussten auch die Peruaner bei der WM in Russland bereits nach der Gruppenphase die Segel streichen. Der 2:0-Sieg im letzten Spiel gegen Australien reichte nach zwei knappen 0:1-Niederlagen gegen Dänemark und Frankreich nicht zum Einzug ins Achtelfinale. Dabei hatten viele Experten „La Blanquirroja“ hohe Chancen auf das Erreichen der K.o.-Phase eingeräumt. Klare Testspielsiege gegen Kroatien (2:0), Island (3:1) und Schottland (2:0) hatten im Vorfeld eine Erwartungshaltung aufgebaut, die trotz teilweise guter Auftritte nicht erfüllt werden konnte. Auch die erste Herausforderung nach Russland wurde für die Mannschaft von Trainer Ricardo Gareca zur Enttäuschung: Peru musste sich der Niederlande am Donnerstag trotz früher Führung letztlich mit 1:2 geschlagen geben. Der bekannteste Spieler der aktuellen Auswahl ist der Ex-Schalker Jefferson Farfán. Der eigentliche Mannschaftskapitän Paolo Guerrero (ehemals FC Bayern München und Hamburger SV) ist nicht mit an Bord. Die gegen den Angreifer verhängte Dopingsperre, die zur WM ausgesetzt war, wurde von der FIFA im August wieder in Kraft gesetzt.

Deutschland: ter Stegen – Ginter, Boateng, Süle, Schulz – Kimmich – Gündoğan, Kroos – Brandt, Draxler – Petersen

Peru: Gallese – Advíncula, Santamaría, Ramos, Trauco – Aquino, Yotún – Calcaterra, Cueva, Carrillo – Farfán

Die DFB-Elf hat mit dem couragierten Auftritt gegen Frankreich signalisiert, dass sie auch in der Weltspitze immer noch konkurrenzfähig sein kann. Die positive Entwicklung nach dem historisch schlechten WM-Abschneiden muss nun auch gegen ein von Löw „defensiv sehr stark und zweikampffreudig“ erwartetes peruanisches Team fortgesetzt werden. Noch ist die deutsche Nationalmannschaft den Beweis schuldig, dass die starke Reaktion gegen den Weltmeister nicht bloß ein Strohfeuer war.