Pizarro: 40 Jahre, Nummer 4 und das vierte Comeback

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Beim vierten Comeback die Rückennummer 4 auf dem Werder-Trikot, ab Mittwoch die „4“ ganz vorn bei der Altersangabe im Reisepass – nicht nur die Bremer Fans, auch Zahlenmenschen lieben Claudio Pizarro. Andere Stürmer haben in seinem Alter längst die Fußballschuhe an den Nagel gehängt, für den Peruaner geht es „weiter, weiter, immer weiter“, wie sein früherer Teamkollege Oliver Kahn einst propagierte.

Was ihn motiviert? „Ich brauche nur einen Ball und ein Spiel. Das ist alles“, sagte der Südamerikaner vor seinem 40. Geburtstag am Mittwoch. Mit der ganz großen Karriere hat Pizarro abgeschlossen, doch auch im Spätherbst seiner Laufbahn geht es an der Weser noch um sportlichen Erfolg, aber auch um Genuss: „Bremen ist eine total charmante Stadt und die Fans lieben mich.“ Beweisen muss der Angreifer, vier Jahre und zwei Tage älter als sein Trainer Florian Kohfeldt, der am Freitag 36 Jahre alt wird, schon lange nichts mehr. Charakterlich wird der Südamerikaner ohnehin hoch geschätzt. „Claudio ist ein Schlitzohr, aber war immer leistungswillig und leistungsstark“, sagte sein Ex-Coach Jupp Heynckes im Kicker.

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Beim FC Bayern München hat Pizarro nicht nur die meisten seiner Ligaspiele absolviert, sondern auch die meisten Titel gesammelt. Sechs Meisterschaften und fünf Pokalsiege stehen in den Listen, hinzu kam 2013 der Triumph in der Champions League. Mit dem SV Werder reichte es „nur“ zu einem DFB-Pokalsieg 2009. Und auch in diversen anderen Rankings hat sich der Oldie längst vordere Platzierungen erarbeitet. 450 Bundesliga-Einsätze sind die mit Abstand meisten aller aktiven Profis, mit 192 Treffern ist Pizarro aktuell auch der erfolgreichste ausländische Torschütze der Liga. Sein Startelf-Debüt in der Bundesliga gab er im September 1999 – auch das ein Alleinstellungsmerkmal.

Wichtig, aber nicht in jedem Spiel

Zwar hat Pizarro für seinen neuen alten Klub in dieser Saison noch nicht getroffen, doch nicht nur sein Pfostenschuss bei der 1:2-Niederlage der Hanseaten beim VfB Stuttgart bewies, wie gefährlich der Angreifer noch sein kann. Und deshalb hat Kohfeldt noch einiges vor mit seinem Routinier. „Ich bin absolut sicher, dass Claudio für uns ein ganz wichtiger Spieler ist, wenn auch vielleicht nicht in jedem Spiel“, erläuterte der Coach. Kohfeldt hat mit dem Senior schon alle Varianten durchgespielt: Dreimal war es die Jokerrolle, zweimal blieb Pizarro nur die Bank, einmal stand er für 69 Minuten in der Startformation.