Pizarro-Drama: Köln nur 1:1 gegen Hannover

Punkt gewonnen, aber den Anschluss verloren: Für den 1. FC Köln war das 1:1 (1:1) gegen Hannover 96 am Samstagnachmittag zu wenig. Nach dem Mainzer Sieg vom Freitagabend beträgt der Rückstand auf den Relegationsrang nun neun Punkte. Dramatisch wurde es beim vermeintlichen Siegtreffer von Claudio Pizarro in der Schlussphase.

Zwei Wechsel nahm Stefan Ruthenbeck im Vergleich zum 2:4 in Frankfurt vor: Für Matthias Lehmann und Jhon Córdoba, der gar nicht erst im Kader stand, durften Marcel Risse und Yūya Ōsako beginnen. Bei einem Wechsel beließ es nach dem jüngsten 2:1 gegen Freiburg sein Gegenüber André Breitenreiter – und dieser war auch noch erzwungen. Waldemar Anton fiel aufgrund einer Grippeerkrankung aus und wurde durch Pirmin Schwegler ersetzt.

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Deutlich engagierter als zuletzt gegen die Eintracht startete Köln gegen Hannover. Die erste Viertelstunde nämlich gehörte den Gastgebern, die um spielerische Linie bemüht waren. Das Problem nur: Gegen Salif Sané & Co. in der Hintermannschaft der 96er gab es kaum mal ein Durchkommen. Die erste Gelegenheit ließ daher gut zehn Minuten auf sich warten. Zunächst wurde Ōsako geblockt, anschließend kam Simon Terodde einen Schritt zu spät, nachdem Jonas Hector abgelegt hatte (11.). Ein Kopfball von Salih Özcan ging zudem am Tor vorbei (12.). Auf der Gegenseite setzten Niclas Füllkrueg (13.) und Ihlas Bebou (17.) erste Lebenszeichen von Hannover.

Ōsako legt vor, Füllkrug antwortet

Zunehmend zerfahren wurde die Partie in der Folge, immer wieder nämlich stoppten die Gäste die Kölner mit Fouls. Es kam daher nicht sonderlich überraschend, dass der erste Treffer nach einem Freistoß fiel. Nachdem die Hector-Flanke noch von Sané geklärt worden war, setzte sich Ōsako links im Strafraum durch und nagelte den Ball aus spitzem Winkel ins Tor (29.). Köln hatte sich für den engagierten Auftritt belohnt.

Anschließend aber ging den Domstädtern völlig die Ordnung flöten. Beinahe widerstandslos kombinierte sich Hannover immer wieder durchs Mittelfeld und sammelte nun Chance um Chance. Kaum 100 Sekunden nach dem Gegentreffer hätte Iver Fossum bereits den Ausgleich besorgen können, der Norweger kam nach Bebou-Pass allerdings einen Schritt zu spät (31.). Risse musste zudem kurz vor der Linie klären, nachdem Bebou den Ball bereits an Horn vorbeigespitzelt hatte (33.). Der Ausgleich war damit allerdings nur kurz aufgeschoben. Nach Fossum-Zuspiel nämlich marschierte Füllkrug durch die Mitte und besorgte das inzwischen überfällige 1:1 (36.). Anschließend schalteten die Niedersachsen zwar wieder einen Gang runter, blieben dabei aber die dominierende Mannschaft.

Terodde doppelt im Pech

Ohne Wechsel ging es weiter in Hälfte zwei, und zunächst war Köln mächtig im Pech. Terodde nämlich tauchte plötzlich frei vor Philipp Tschauner auf, wurde allerdings wegen vermeintlicher Abseitsstellung zurückgepfiffen (50.) – eine klare Fehlentscheidung von Referee Markus Schmidt. Zu der eingangs gezeigten Dominanz fand der FC zwar nicht mehr zurück, zumindest aber wieder stabiler präsentierten sich die Gastgeber. Der Hannoveraner Sturmlauf war damit erst mal erstickt, mehr als ein Schuss von Felix Klaus brachten die Gäste nicht zustande (56.). Zahlreiche Fouls sorgten in dieser Phase immer wieder für Unterbrechungen.

Zunehmend zerfahren wurde die Partie, während Köln vor allem das Pech treu blieb: Terodde nämlich wurde von Sané im Gesicht getroffen und musste anschließend raus (60.). Für den Stürmer kam Simon Zoller. Sané sah derweil die Gelbe Karte für sein Einsteigen. Angesichts der spielerischen Armut wechselten beide Trainer offensiv: Bei Köln kam Vincent Koziello für Miloš Jojić (70.), bei Hannover Martin Harnik für Klaus (71.). Etwas gefälliger präsentierten sich die Domstädter, der letzte Pass aber kam in der Regel nicht an. In der Schlussphase wurde es dann dramatisch: Nachdem der eingewechselte Pizarro den Ball ins Tor befördert hatte (90.+4), jubelten die Fans bereits über den vermeintlichen Sieg. Schiedsrichter Schmidt gab das Tor aufgrund einer Abseitsstellung Risses und nach Beratschlagung mit dem Video-Schiedsrichter allerdings nicht. Im Abstiegskampf verliert der FC damit wieder ein Stückchen mehr die Hoffnung: Nach dem Mainzer 2:0-Sieg in Berlin vom Freitag beträgt der Rückstand auf Rang 16 inzwischen wieder neun Punkte.